OLDENBURG - Dirk Demeersman hat es beim Großen Preis von Oldenburg verstanden, seine Konkurrenz aus der Reserve zu locken. Der 44-jährige Springreiter aus Belgien legte als vierter Reiter im Stechen fehlerfrei in 37,60 Sekunden vor. Keinem weiteren der insgesamt zehn Teilnehmer am Jump-Off gelang es, diese Zeit zu knacken.

Demeersman, der in der aktuellen Weltrangliste Platz 71 belegt, und sein zwölfjähriger Wallach Tymoon Caloo Meerchen präsentierten sich in erstklassiger Verfassung. Insbesondere auf der Galoppstrecke zum letzten Sprung wurden wichtige Zehntelsekunden herausgeritten. „Es war nicht einfach, aber wir haben das Beste daraus gemacht“, sagte Demeersman, der in Belgien einer der populärsten Reiter ist. Platz zwei ging an den Iren Billy Twomey auf Je T’aime Flamenco mit 38,53 Sekunden. Bester Deutscher war Carsten-Otto Nagel vom RV Stall Moorhof mit 40,98 Sekunden auf Platz drei. Die Farben des Oldenburger Reiterverbandes hielt Jan Sprehe von der RFG Falkenberg hoch. Er belegte mit seinem Paradepferd Areno mit einem Abwurf in 41,10 Sekunden den neunten Platz.

Neben Demeersman und Twomey sicherte sich Markus Renzel (Oer-Erkenschwick) das Ticket für das mit 250 000 Euro dotierte Masters League Finale im Dezember in Frankfurt.

In zwei weiteren mit jeweils 20 000 Euro dotierten Wettbewerben ging es in der Weser-Ems-Halle um Weltranglistenpunkte. Am Sonnabend legte Eric van der Vleuten in der Gruppenspringprüfung der Klasse S vor. Mit seinem Pferd Saffier fegte er fehlerfrei nach 34,03 Sekunden durchs Ziel. Allerdings musste er noch mal zittern, als sein 20-jähriger Sohn Maikel zum Angriff ansetzte. Ohne Fehler in 34,63 Sekunden ritt der dann auf den zweiten Platz. Vater und Sohn sicherten sich damit ebenfalls die Teilnahme am Masters League Finale.

Auch im zweiten Weltranglistenpunkte-Wettbewerb dominierten die ausländischen Starter. Hier siegte der Schweizer Pius Schwizer auf Unique ohne Fehler in 35,07 Sekunden. Deutsche Spitzen-Reiter wie Ludger Beerbaum, Marco Kutscher und Marcus Ehning waren in diesem Jahr nicht in Oldenburg gestartet. Sie ritten auf Turnieren im europäischen Ausland, wo es um Weltcuppunkte und wesentlich höhere Preisgelder ging.

Von Donnerstag bis Sonntag verfolgten knapp 19 000 Zuschauer die Pferdetage.