OLDENBURG - Auch in der Reiterei ist der Blick der Ausnahmekönner bereits auf die Olympischen Sommerspiele im August 2008 in Peking gerichtet. Bei den internationalen Oldenburger Pferdetagen (8. bis 11. November) gilt diese Sichtweise in diesem Jahr ganz besonders für die Dressurwettbewerbe.

So hofft die Chinesin Liu Lina, sich fernab der Heimat für die Spiele im eigenen Land empfehlen zu können. Die junge Frau hat ihr Training dazu eigens nach Vechta verlegt. Ebenfalls in Deutschland will Lisa Wilcox an alte Erfolge anschließen. Die Mannschafts-Vizeweltmeisterin von 2002, die viele Jahre in Cappeln auf dem Gestüt Vorwerk trainierte und zwischenzeitlich wieder in den USA lebt, bereitet sich noch bis Ende November in Schleswig-Holstein auf die Olympia-Saison vor – da lag ein Start an alter Wirkungsstätte in Oldenburg nur nahe.

„Lisa macht sich berechtigte Hoffnungen auf eine Olympia-Teilnahme, dazu kann sie in Oldenburg auch Weltranglistenpunkte sammeln“, erläutert Turnierchef Kaspar Funke die Beweggründe der Reiter und Reiterinnen, im November auch in der Weser-Ems-Halle Station machen zu wollen. Der Grand Prix in Oldenburg ist mit 8000, der Grand Prix Spezial mit 10 000 Euro Preisgeld dotiert. Reiter können immer dann Weltranglistenpunkte ergattern, wenn die Dotierung einer Prüfung über 7500 Euro rangiert. Und so wollen außer Lisa Wilcox auch ihre amerikanischen Mannschaftskollegen Jan Ebeling, Kristina Harrison-Nanes und Debbie McDonald in Oldenburg auf sich aufmerksam machen.

„Ganz leise Hoffnungen“ macht sich Funke nach eigenen Angaben noch auf den Start der vierfachen Weltmeisterin und Olympiasiegerin Isabell Werth. Die 38-Jährige wird nur eine Woche nach Oldenburg in jedem Fall in Stuttgart (14. bis 18. November) starten, was das Werben der Oldenburger zusätzlich erschweren wird.

Namhafte Reiter versprechen laut Funke auch die S-Springen. Der Doppel-Europameister von 2003, Christian Ahlmann, soll ebenso in Oldenburg satteln wie die deutsche Vizemeisterin Janne Friederike Meyer, der amtierende Weser-Ems-Meister Sören Pedersen, Markus Beerbaum oder Mario Stevens.

Immerhin: Das Springen am Freitagabend ist mit einem Preisgeld von 20 000 Euro deutlich aufgewertet worden, bevor am Sonntag der mit 30 000 Euro dotierte Große Preis der Stadt Oldenburg die Pferdetage 2007 abrundet.