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NWZonline.de Sport Pferdesport

Reiter aus Löningen kennt nun auch den Heupreis

03.11.2018

Oldenburg Die aktuell gestiegenen Heupreise oder die neue Gülle-Verordnung: Das sind nur zwei Themen, mit denen Denis Nielsen (29) vor zwei Jahren noch nichts, aber auch gar nichts am Hut hatte. „Ich hätte nicht gedacht, dass so viele Themen auf mich zukommen werden. Am Anfang habe ich mich schon schwer getan“, räumt der junge Mann freimütig ein. Nielsen hatte im zarten Unternehmer-Alter von 27 Jahren den Sprung in die Selbstständigkeit gewagt. „Ja, das war ein großer Schritt“, berichtet Nielsen zwischen zwei wichtigen S-Springen beim Agravis-Cup in der großen EWE-Arena in Oldenburg.

Umzug zur Freundin

Nach bald zehn Jahren als Bereiter auf dem Gestüt Sprehe in Löningen (Landkreis Cloppenburg) war Deutschlands Springreiter-Hoffnung zum 1. Januar 2017 auf das Gut Daxau, 25 Autominuten von München entfernt, gezogen. Seitdem führt er zusammen mit seiner Freundin und Partnerin, der Dressurreiterin Victoria Michalke (28), einen schicken Ausbildungs-, Turnier- und Vermarktungsstall. Die Anlage, die ein wenig das Flair einer Hacienda versprüht, wurde 2010 errichtet.

„Meine Freundin und ich hatten uns natürlich überlegt: ,Wo machen wir das?‘, als wir uns entschieden, diesen Schritt zu gehen“, erzählt er. Bei der Dichte und Konkurrenz der Reit- und Ausbildungsställe im Oldenburger Land war die Entscheidung bald getroffen: in Bayern, der Heimat von Victoria Michalke.

Aller Anfang – siehe oben – ist nun mal schwer, und so begann Nielsen klein, aber fein mit drei Pferden. Heute sind alle 23 Pferdeboxen gefüllt: Neun Spring- und 14 Dressurpferde zählt der gebürtige Solinger auf, der schon als 18-Jähriger sehr viel Mut bewies, als er, obwohl noch nie bei einem S-Springen am Start gewesen, zum Gestüt Sprehe wechselte.

Berufung in B-Kader

Die sportliche Entwicklung, die der junge Mann fortan nahm, ist in der Reitszene im Oldenburger Land wohl bekannt. Nielsen und der heute im alleinigen Besitz von Peter Wendeln befindliche zwölfjährige Hengst Cashmoaker sammelten eine Siegerschleife nach der anderen.

Ein erster Höhepunkt war der Gewinn der deutschen Meisterschaft 2015 in Balve. Es folgten Einsätze in Nationenpreis-Teams sowie bei etlichen Fünf-Sterne-Turnieren. Für seine Leistungen wurde Nielsen in den B-Kader der Springreiter berufen. Heute kann er schon auf über 600 internationale Siege und Platzierungen verweisen. Aktuell ist er Mitglied der Perspektivgruppe Springen. Jüngst hatte das Spitzenpaar, das in diesem Jahr den Großen Preis in Dortmund und in Hagen am Teutoburger Wald gewonnen hatte, auch auf der Longlist für die Weltreiterspiele 2018 in den USA gestanden.

„Das ist natürlich eine kleine Auszeichnung und eine große Motivation, auch in Zukunft alles dafür zu tun, meine Pferde besser zu machen“, sagt er. Und so versucht er nach eigenen Aussagen, bei jeder Prüfung so gut wie möglich abzuschneiden. Gleichwohl sei es, anders als bei einem reinen Sportstall, nicht das Saisonziel von vorn herein, unbedingt an einem Championat teilnehmen zu wollen.

Start im Großen Preis

Als Geschäftspartner eines Reitstalls, der geschätzte Jahresumsätze in hoher sechsstelliger Größe tätigt, muss auch Nielsen Pferdeverkäufe vornehmen. „Denn allein mit dem Beritt und der Ausbildung von Pferden verdient man nichts“, weiß der Kaufmann. Cashmoaker indes darf er auch weiterhin „mein Zugpferd“ nennen. Der Schimmelhengst folgte ihm nur wenige Monate später nach Gut Daxau – und wird von Nielsen auch an diesem Sonntag im Großen Preis (14.50 Uhr) geritten.

Am Freitag hatte Nielsen zunächst bei einer internationalen Springprüfung die Stute Taquadriga und den neunjährigen Holsteiner Carlo S 4 vorgestellt und jeweils vier Fehlerpunkte kassiert. Mit dem siebenjährigen Nachwuchspferd Cover Girl 44 musste er bei der Youngster Tour am Nachmittag etwas Lehrgeld zahlen: 12 Fehlerpunkte.

Der Kontakt und die Nähe zum Oldenburger Land sind übrigens nie abgerissen, auch wenn Nielsen aufgrund der Selbstständigkeit zuletzt beim Agravis-Cup zwei Jahre lang pausierte. „Bei dieser Veranstaltung habe ich 2012 – damals noch in der Messehalle – mein Goldenes Reitabzeichen gemacht. Das wird für mich immer mit Oldenburg in Verbindung stehen“, schwärmt er und denkt einmal nicht über Heupreise oder Gülle-Verordnungen nach.

Otto-Ulrich Bals Autor
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