Lohne - Dass es sportlich zuletzt für Ulrich Kirchhoff nicht sonderlich gut lief, beweist die Weltrangliste. Der 45-jährige Springreiter liegt auf Rang 1641, ein einziges Ergebnis in zwölf Monaten ist notiert. Doch jetzt ergreift der aus Lohne (Kreis Vechta) stammende Doppel-Olympiasieger von 1996 die Flucht nach vorn – mit einem Multimillionär als Geldgeber und einem neuen Pass.
Als Ukrainer will er wieder zu den Olympischen Spielen 2016 . „In Rio will ich auf jeden Fall reiten“, sagte Kirchhoff, der mit dem ukrainischen Kaufmann Alexander Onischenko einen Fünfjahresvertrag abgeschlossen hat. „Das ist ein Mann, der viel Geld investiert und Spitzenpferde kauft“, sagte der Reiter über seinen neuen Chef.
Kurz vor Weihnachten gab es den ersten Kontakt, in der Vorwoche beantragte Kirchhoff beim Weltverband FEI das Startrecht für die Ukraine. „Das gibt mir ganz neue Möglichkeiten“, erklärte er den überraschenden Wechsel: „Es schafft die Voraussetzungen, wieder vorne mitzureiten. Es ist die Chance, noch mal Championate zu reiten.“
Onischenko gilt als „Reitsport-Abramowitsch“. Ähnlich wie der russische Öl-Magnat Roman Abramowitsch, der den Fußballclub FC Chelsea in die internationale Spitze gehievt hat, kauft der ukrainische Millionär für sein Nationalteam Spitzenreiter und Spitzenpferde.
„Seine Pferde kommen nach Mailand“, sagte Kirchhoff, der zuletzt mehrere Jahre in Italien als Trainer beschäftigt war, über Onischenko: „Noch stehen sie bei Paul Schockemöhle.“ In Italien soll die Heimat des Teams aufgebaut werden, zu dem auch Onischenko selbst gehört.
