Paris - Der Champagner spritzte nach dem Triumph von Paris. Isabell Werth besprühte nach ihrem erneuten Weltcup-Sieg die Konkurrentinnen mit dem teuren Schaumwein, ehe sie den anderen Dressurreiterinnen und sich selber einen ersten Schluck gönnte. Feucht-fröhlich und ausgelassen feierte die strahlende Siegerin beim Weltcup-Finale in Paris ihren erneuten Titelgewinn – während die deutschen Springreiter eine Pleite erlebten.
Dass Siege auch für die erfolgreichste Reiterin der Welt keine Selbstverständlichkeit sind, das zeigte sich in den Final-Tagen von Paris. Die Niederlage zum Auftakt im Grand Prix hatte die 48-Jährige aus Rheinberg gewurmt und den Ehrgeiz noch angestachelt. „Das hat mich aufmerksam gemacht“, sagte sie nach dem Sieg am Samstag in der Kür, der zur Wiederholung des Titelgewinns von Omaha führte. „Ich liebe es, mich im Wettkampf zu messen“, erklärte Werth: „Gerade wenn die Entscheidung so knapp ist, ist es besonders.“
Werth erhielt für ihre Kür mit der Stute Weihegold 90,657 Prozent. Damit setzte sich die Siegerin gegen die 30-jährige US-Reiterin Laura Graves mit Verdades (89,082) durch, die am Vortag noch im Grand Prix gesiegt hatte. Werth zeigte bei ihrem vierten Sieg bei der inoffiziellen Hallen-Weltmeisterschaft eine nahezu makellose Kür mit der 13 Jahre alten Stute.
„Wir haben unsere Fehler von gestern analysiert und korrigiert“, sagte Werth. Das Ergebnis war „eine unserer besten, wenn nicht sogar die beste Kür überhaupt. Ich wüsste nicht, dass ich mit ihr schon einmal eine bessere Prüfung geritten bin.“
Auch Bundestrainerin Monica Theodorescu schwärmte nach dem Siegritt: „Das war super, das war sehr, sehr gut geritten.“ Theodorescu durfte aber auch mit dem Abschneiden ihrer beiden anderen Reiterinnen in Paris höchst zufrieden sein. Jessica von Bredow-Werndl aus Tuntenhausen kam mit dem Hengst Unee (83,725) auf den dritten Platz. Fünfte wurde Dorothee Schneider aus Framersheim mit Sammy Davis Jr. (81,843).
Springreit-Trainer Otto Becker hatte dagegen keinen Grund zum Jubeln. Bereits in der zweiten von drei Teilprüfungen hatten Daniel Deußer und Marcus Ehning schwer gepatzt und die Chance auf eine vordere Platzierung vergeben. Bei den abschließenden Runden am Sonntag verbesserte sich Deußer mit Cornet D’Amour von Rang 15 auf acht. Ehning ritt mit Cornado auf Platz zwölf.
