Rastede - Auch am Finaltag hat der Tod des Vielseitigkeitspferdes Likoto beim 65. Oldenburger Landesturnier in Rastede für Diskussionen gesorgt. Turnierchef Jan-Christoph Egerer stellte klar: „Mit hoher Wahrscheinlichkeit hat das Tier einen Aorta-Abriss erlitten. Und das schon vor dem Eintritt in das Hindernis. Es ist nicht am Sturz gestorben.“ Die genaue Todesursache werde nicht mehr festgestellt werden können. „Die Besitzer verzichten auf eine Obduktion“, erklärte Egerer am Sonntag.
Das Pferd der Reiterin Merle Wewer vom PSV Löningen-Ehren war am Freitagabend am Hindernis 11 der Geländeprüfung gestürzt und anschließend gestorben. Die Reiterin blieb unverletzt. „Likoto hat schon den ersten Besensprung touchiert und ist beim Ausritt zusammengebrochen. Weil wohl noch Blut im Körper zirkulierte, hat das Pferd noch versucht aufzustehen“, erläuterte Egerer.
Zum Sturz muss es demnach durch eine innere Verletzung des Tieres gekommen sein. „Ich vermute, dass das eine angeborene Schwachstelle war“, sagte Tierarzt Dr. Hans-Hermann Lagershausen, der das Turnier seit fast 20 Jahren begleitet: „Das ist eine seltene Todesursache, die in jeder Konstitution vorkommen kann, bei trainierten wie bei nicht-trainierten Tieren.“
Da es bei Pferden weniger Untersuchungsmöglichkeiten gebe, hätte man ein Aneurysma nur schwerlich vorhersehen können, bestätigte der Veterinär am Sonntag. „Bei Menschen lassen sich Anzeichen dafür auf einem Ultraschall-Bild erkennen. Der Zustand eines Pferdes lässt sich an der Leistung ablesen. Hätten die Besitzer hier Anzeichen gesehen, hätten sie mit Sicherheit Alarm geschlagen“, sagte Lagershausen.
Noch am späten Freitagabend haben die Turnierverantwortlichen den Unfall vor Ort untersucht. „Ich habe unserem Parcoursbauer mein absolutes Vertrauen ausgesprochen“, sagte Egerer. Der Unfall habe ursächlich weder etwas mit dem Gelände noch mit dem Hindernis zu tun.
Änderungen am Hindernis oder dem Geländeparcours für 2014 seien deshalb nicht geplant. „Diese hätten wir nur vorgenommen, wenn wir einen Fehler gemacht hätten“, betonte Egerer.
Wewers Clubkameradin Julia Raker passierte die Unglücksstelle gut eine Stunde nach dem Zwischenfall mit ihrem Pferd. „In jedem Sport passieren Unfälle. Aber man reitet schon mit einem anderen Gefühl da heran“, sagte die Reiterin.
Wewer gilt als erfahrene Reiterin, die mit Likoto bereits bei deutschen Meisterschaften und Bundeswettkämpfen sicher geritten war. „Ihr Pferd war ebenfalls erfahren und verfügte über eine gute Kondition, dies bestätigte auch die Besitzerin des Tieres“, teilten die Veranstalter mit.
