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NWZonline.de Sport Pferdesport

Wenn Pferde wie Menschen reagieren

27.07.2019

Rastede Besucher, Reiter und Richter, Fans und Fahrer und selbstredend die Macher des Oldenburger Landesturniers loben seit Jahren immer wieder das besondere Flair und die außergewöhnliche Atmosphäre dieser Traditionsveranstaltung. Wie aber erleben die Hauptdarsteller, die Pferde, die Stimmung und das Umfeld im Rasteder Schlosspark? „Natürlich nehmen die Pferde das besagte besondere Flair war. Da sind sie nicht anders als wir Menschen. Als Reiter sehe ich natürlich die Reaktionen“, sagt Mario Stevens. Der 37-jährige Springreiter ist seit Jahren Stammgast beim Landesturnier, sattelt in diesem Jahr selbst sechs Pferde und weiß nur zu genau wie die Vierbeiner ticken.

„Es gibt die Rampensau, den Draufgänger oder die Schüchterne. Und auch bei den Pferden ist die Erfahrung wie bei uns Menschen von großer Bedeutung“, erläutert Stevens. Dazu muss man wissen, dass Pferde Fluchttiere sind und grundsätzlich über ein sehr empfindliches Gehör und einen ausgeprägten Geruchssinn verfügen. Und da sich die Augen des Pferdes seitlich am Kopf befinden, erschließt sich den Tieren ein sehr viel weiteres Sichtfeld als uns Menschen.

„Genau, und das muss jeder Reiter bei seinem Pferd einzuschätzen wissen. Das ist für beide am Ende eine Kopfsache. Pferd und Reiter müssen sich aufeinander einspielen. Das geht nicht von heute auf morgen“, erklärt der deutsche Nationenpreis- und Championatsreiter aus Molbergen im Landkreis Cloppenburg.

Stevens lieferte bei seinen bisherigen Auftritten in Rastede selbst zwei gute Beispiele ab. So gewann er das erste Springen der Großen Tour auf dem Rücken des 14-jährigen Baloubet. Der Wallach genoss das Ambiente beim Flutlichtspringen geradezu. „Baloubet spürte das Knistern, und ich als Reiter nahm den Pulsschlag am Bein wahr. Der wollte sich zeigen“, sagt Stevens, der am Freitagnachmittag auf der Youngster-Tour mit der siebenjährigen Botakara die umgekehrte Erfahrung machte. Die Stute, noch ein bisschen schüchtern, ließ sich von einem Geräusch auf der Tribüne ablenken. Fehler. „Also kurz anhalten, reden mit dem Pferd, loben und dann lief es wieder“, musste Stevens als Pferdeflüsterer agieren. Denn ohne Selbstvertrauen kein Erfolg.

Andererseits sollte ein Reiter nicht zu ehrgeizig sein. Stevens: „Das Pferd merkt das. Da muss man gerade bei jungen Pferden vorsichtig sein.“ Umso wichtiger ist es, dass Pferde als Vier-, Fünf- oder Sechsjährige die Rasteder Stadion-Atmosphäre schon einmal erlebt haben. Auf diese Erfahrung will Stevens nicht verzichten, deshalb nutzt er Jahr für Jahr auch die Gelegenheit, talentierte Nachwuchspferde im Schlosspark präsentieren zu können.

Dass es auch anders geht, hat Stevens im Vorjahr in Balve bei den deutschen Meisterschaften erlebt. Mit dem heute elfjährigen Wallach Talisman rockte er die nationalen Titelkämpfe. „Das Pferd kannte mich nicht gut und ich das Pferd nicht gut. Aber mit jedem Parcours haben wir uns besser verstanden“, erinnert sich Stevens. Nun, von Talisman weiß man, dass er sich gern ablenken lässt, oder wie sein Reiter sagt „zwischen Genie und Wahnsinn“ wandelt. Auch solche Typen gibt es bei den Menschen.

Otto-Ulrich Bals Autor
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