RASTEDE - Traditionsveranstaltungen haben den Vorteil, dass dort eigentlich nichts mehr passieren kann, was nicht schon einmal vorgekommen wäre. Doch zum 61. Landesturnier in Rastede kommt die große Dramaturgie des Reitsports der hauseigenen Planung der Oldenburger Reiter in die Quere. „Wir müssen uns nach der aktuellen Entwicklung neue Gedanken machen“, räumt Claas Daun ein.

Wie mit Krakenarmen scheint das Doping-Gespenst auch in entfernt liegende Bereiche der Reiterei zu greifen. Die sechs Tage vom 21. bis 26. Juli erhalten für den Turnierleiter daher eine neue Vorbildfunktion: „Hier können wir zeigen, wie viel Vertrauen eine saubere Reiterei immer noch verdient!“

Die Ammerländer schwingen keine großen Worte. Sie lassen Argumente sprechen. Organisationsleiter Wolfgang Teske verweist auf die „bisher stets negativen Dopingproben“, könnte sich für den Juli noch verstärkte Kontrollen vorstellen. Auch Wilhelm Weerda, der Präsident des Züchterverbandes, denkt an zusätzliche Stichproben.

Daun vom veranstaltenden Renn- und Reitverein Rastede punktet mit dem Hinweis, „dass im Schlosspark die reiterlichen Interessen weit vor den kommerziellen rangieren.“ Vermeintliche Nachteile wenden sich damit zum Positiven: Es gibt keine Fernsehübertragungen, das Preisgeld fällt selten üppig aus.

Bei aller Bodenhaftung bleibt belebende Bewegung im Turnier. Vor allem in die Vielseitigkeit bläst ein frischer Wind. Das Kernstück des Landesturniers wird wieder nach oben auf L gestuft und bekommt somit echte Oldenburger Meister. In langen Diskussionen wurde der Kompromiss gefunden, A und L zu kombinieren. „Wir erhalten so die Breite, um die wir in den vorigen Jahren ja geworben haben, und locken wieder die Spitze“, erläutert Parcourschef Uwe Meyer, der nun eine doppelte Geländestrecke entwerfen muss.

96 Prüfungen sind ausgeschrieben, vom Gespannfahren übers Voltigieren, die Dressur, die Hengstparaden und die Stutenschau bis zu den S-Springen. Hinzu kommt der Familientag am Freitag. Für den hochrangigen Springsport ändern die Ammerländer sogar am Sonntag die Programmfolge. So bildet diesmal wieder der Große Preis den Abschluss, noch nach dem traditionellen Aufmarsch der Reitervereine.

Der Vorverkauf für das 61. Oldenburger Landesturnier beginnt am Dienstag nach Pfingsten.

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