RASTEDE - Seit Wochen bereiten sich die Reiter auf den Saisonhöhepunkt vor, in Kürze können sie nun mit ihren Pferden die Boxen rund um den Schlosspark in Rastede beziehen. „Endlich geht es los“, fiebert Charlotte Dassler dem 63. Landesturnier (19. bis 24. Juli) entgegen. Am Dienstag geht die 19-jährige Bockhornerin, die für den RC Friesische Wehde reitet, ihrem ersten Start entgegen.
Gleich zum Turnier-Auftakt am kommenden Dienstag steigt die Dressurreiterin mit einem ihrer Nachwuchspferde ins Turniergeschehen ein. Insgesamt bringt sie an den sechs Tagen drei Pferde an den Start. Das große Ziel der talentierten Amazone, die seit diesem Jahr auch Mitglied des Bundeskaders ist, ist eine gute Platzierung in der S-Dressur. Darauf hat die zweimalige Oldenburger Landesmeisterin in den vergangenen Monaten hingearbeitet. „Das Training über das ganze Jahr, die gesamte Planung dreht sich um Rastede“, betont Dassler.
101 Prüfungen stehen bis zum Sonntag, 24. Juli, auf dem Programm – eine Mammutveranstaltung, die die Organisatoren um die Turnierleiter Jan-Christoph Egerer und Hans Fleming auf die Beine gestellt haben. „Man hat kaum genug Pferde für ein Turnier mit so vielen Prüfungen“, sagt Gerd Sosath mit einem Augenzwinkern.
Der Springreiter aus Lemwerder begrüßt die hohe Anzahl der angebotenen Wettbewerbe. „Wir Reiter haben dadurch die Möglichkeit, sehr viele Pferde zu zeigen“, sagt Sosath, der gleich mit 25 Tieren nach Rastede kommt.
Der 55-Jährige, der auch als Züchter tätig ist, nutzt das Landesturnier auch als Schaufenster für seine Pferde und verspricht sich so neben dem sportlichen auch einen wirtschaftlichen Erfolg: „Das ist uns Reitern sehr wichtig, denn für den Verkauf sind gute Ergebnisse wichtig.“
Die Aktiven schätzen aber auch besonders die familiäre Atmosphäre im Schlosspark von Rastede. „Für uns hat das Turnier einen hohen Stellenwert, weil für jeden Starter ein breites Spektrum an Startmöglichkeiten geboten wird – auch für die älteren“ sagt Petra Wewer. Die Vielseitigkeitsreiterin aus Vrees (Kreis Cloppenburg) startet in der Altersklasse Ü 40: „Rastede ist für uns wie Olympia – man ist hier etwas Besonderes.“
Das sagen sich Jahr für Jahr auch die Zuschauer, so werden auch in der kommenden Woche wieder über 30 000 Besucher erwartet. Kontinuität wollen die Verantwortlichen nach eigenen Aussagen auch im wirtschaftlichen Bereich wahren. „Der Etat beläuft sich wie im Vorjahr auf rund 600 000 Euro“, sagt Egerer.
Sehr wohl konnte das Preisgeld in Rastede leicht auf jetzt insgesamt 120 000 Euro angehoben werden. Den Reitern ist es recht: Am Freitagabend im Mannschaftsspringen um die „Buddelei-Trophy“ werden 20 000 Euro und im „Großen Preis der Öffentlichen Versicherung“ am Sonntag 16 000 Euro verteilt.
