RASTEDE - Wer Stellenausschreibungen liest, der erfährt, wie Manager beschaffen sein sollen: Teamfähig sollen sie sein, trotzdem durchsetzungsfähig. Zum Test könnte man Bewerber auf ein Military-Pferd setzen und auf die Geländestrecke im Rasteder Schlosspark schicken. Dort, aber auch durch Dressur und Jagdspringen, kommt keiner durch, der nicht ein Team mit seinem Pferd bildet und sich gegen diesmal widrigste Begleitumstände durchsetzt.

Ina Tapken aus Ganderkesee und ihr London-Return bildeten das am besten eingespielte Team in der neben A erstmals wieder in der Kategorie L ausgeschriebenen Vielseitigkeit. Dabei hatte die neue Europameisterin der Ländlichen Reiter noch eine psychologische Barriere zu überspringen: „Gewinne ich“, so wusste sie vorher, „dann sagen alle: War ja zu erwarten. Gewinne ich nicht, dann feixen einige...“

Die Favoritin gewann – und trotzdem heimste sie viel Respekt ein. „Das war ein bravouröser Ritt“, wertete Altmeister und Olympia-Medaillengewinner Otto Ammermann. „Es sind erstaunlich gute Zeiten herausgekommen“, staunte Uwe Meyer, der die Hindernisse gesetzt hatte, „auch bei den späten Ritten.“ Da bestand die neue Drainage bei Wolkenbrüchen ihre Härteprüfung.

In der Kategorie A führte der aufgeweichte Boden etliche Reiterinnen und Reiter an ihre Grenzen. Von hier 42 Startern kamen lediglich 20 in die Wertung, aber nur drei stürzten. Das Hindernis namens „halber Schweinerücken“ wurde zur Klippe. „Das war knifflig, weil die Pferde nur zwei Galoppsprünge bis zum Wassereinstieg hatten“, lächelte Meyer. Jan Klugmann auf Nightfire gewann vor Giannina Mammone auf Aconda und Silke Meier auf Talented Touch.

Durch alle drei L-Abschnitte zogen Ina Tapken und ihre Vereinskameradin Sandra Auffarth fast im Gleichschritt. 48,30 Punkte hatte dann die Siegerin, 49,90 die Rivalin. Bei den Mannschaften gewann folglich Ganderkesee I vor Sturmvogel Berne und Ammerländer RC.

Meyers Geländekurs forderte Teamarbeit. Die Hindernisse standen dicht, teilweise verwinkelt. „Die Aufmerksamkeit und Vorsicht war so größer, das habe ich gerne gesehen“, so Meyer. Die Regenwände beeinträchtigten die Ritte hingegen wenig: „Die haben viel mehr die Zuschauer gestört!“