Lyon - Ludger Beerbaum gratulierte dem neuen Weltcup-Gewinner Daniel Deußer noch während des Sieger-Interviews. „Klasse, du hast absolut verdient gewonnen“, rief der Zweite dem 32-jährigen Triumphator zu. Für Deußer war es der erste Weltcup-Gesamterfolg, den er sich am Montag beim Final-Turnier in Lyon mit nur zwei Strafpunkten sicherte.
„Ich bin sehr, sehr glücklich“, sagte Deußer: „Ich hatte nicht damit gerechnet, auch wenn ich mit hohen Zielen hier hingefahren bin.“ Deußer behielt die Nerven, als er als Letzter in den Parcours ritt. Am ersten Hindernis wackelte eine Stange. „Das war vielleicht der richtige Weckruf“, kommentierte der Sieger.
Fünf Runden lang blieben Deußer und sein Hengst Cornet D’Amour ohne einen einzigen Abwurf. „Wenn man sieht, wie eng das am Ende war, dann ist es einfach unglaublich. Zum dritten Mal in der Geschichte des Weltcups gab es einen deutschen Doppel-Erfolg.
„Mein Pferd ist in Topform“, schwärmte Deußer über seinen elfjährigen Schimmel-Hengst: „Wenn man zum Weltcup-Finale fährt, dann will man auch gewinnen, wenn man so ein Pferd zur Verfügung hat.“
Auch Beerbaum war zufrieden. „Wenn mir das vorher einer gesagt hätte, dass ich Zweiter werde, dann hätte ich sofort unterschrieben“, sagte der 50-Jährige. Er hatte nach fünf Runden vier Strafpunkte und wurde vor dem Briten Scott Brash (5) Zweiter.
Marcus Ehning aus Borken beendete die Weltcup-Saison mit sechs Strafpunkten auf Platz vier und rundete das hervorragende Abschneiden der deutschen Springreiter ab. Sie rehabilitierten sich in Lyon für das Fiasko, das sie vor einem Jahr in Göteborg erlebt hatten. Seit der Weltcup-Gründung 1979 hatte es kein so schlechtes Ergebnis wie 2013 in der schwedischen Hafenstadt gegeben.
In der Dressur hatte zuvor Helen Langehanenberg die Titelverteidigung verpasst und den zweiten Platz belegt. Die 31-jährige Reiterin aus Billerbeck bei Münster erhielt für ihre Kür mit dem Hengst Damon Hill 87,339 Prozentpunkte. Neue Weltcup-Siegerin ist die britische Doppel-Olympiasiegerin Charlotte Dujardin mit Valegro (92,179). „Wir hatten schon lange keine Fehler mehr. Schade, dass es hier passiert ist“, analysierte Langehanenberg.
