Otto Ammermann (81/Jaderberg) hält die Vielseitigkeit weiterhin für vertretbar. Er wurde 1976 in Montreal Vize-Olympiasieger mit dem deutschen Team.

Wie nahe geht Ihnen der tragische Sturz von Benjamin Winter?

AmmermannDas war ein ganz böser Unfall, der bei mir Bestürzung auslöst. Ich war zwar nicht vor Ort, glaube aber, dass es sich um eine Verkettung unglücklicher Umstände handelte.

Sind die Anforderungen in der Vielseitigkeit heutzutage zu hoch?

AmmermannVerglichen mit meiner aktiven Zeit sicherlich nicht. Man hat die Bedingungen deutlich entschärft, reitet heute zum Beispiel im Gelände viel kürzere Distanzen.

Benjamin Winter galt als erfahrener Reiter.

AmmermannIn dem Moment spielt Erfahrung keine Rolle mehr. Er ist leider sehr unglücklich gefallen.

Sind die riskanten Geländeritte überhaupt noch zu verantworten?

AmmermannJa, ohne Frage. Die Anforderungen an Pferd und Reiter für eine Starterlaubnis sind hoch. Die Vielseitigkeit bietet eine große sportliche Herausforderung. Vor allem der Geländeritt ist riskant. Aber es kann auch beim Springen etwas passieren oder in anderen Risikosportarten.

Im Vorjahr starb ein Pferd beim Landesturnier in Rastede an einem Aorta-Abriss. Sollte der Wettbewerb im Programm bleiben?

AmmermannAuf jeden Fall. Man kann solche Zwischenfälle leider nie ganz ausschließen.