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NWZonline.de Sport Pferdesport

Sie reitet in ihrer eigenen Liga

22.08.2019

Rotterdam Es geht um Silber. Genauer gesagt, um den zweiten Platz im Grand Prix Special der Dressurreiter bei der EM in Rotterdam. Platz eins ist unerreichbar, auch wenn Isabell Werth das überhaupt nicht hören will. „Mir glaubt ja keiner, aber ich sage immer, dass in unserem Sport alles passieren kann“, gab die nun 18-malige Europameisterin zu bedenken: „Nichts ist sicher, alles ist immer im Fluss, alles fängt bei null an.“

Das mag sein, dennoch war die Vorstellung von Isabell Werth und ihrer Bella Rose dermaßen perfekt, dass niemand ernsthaft an eine Herausforderung glauben kann. Zu souverän, fehlerlos, charismatisch, unwiderstehlich war der federleichte Tanz der eleganten Fuchsstute durch das Viereck. „Das war Spitzenklasse, überragend, da stimmte alles“, sagte Bundestrainerin Monica Theodorescu.

Der Grand Prix Special in Rotterdam wird also zur deutschen Meisterschaft mit internationaler Beteiligung. Die Ewigkeit von 15 Prozentpunkten trennte die deutsche Equipe im Mannschafts-Wettbewerb von den zweitplatzierten Niederländern, zudem belegten Werth, Dorothee Schneider mit Showtime und Sönke Rothenberger mit Cosmo die Positionen eins bis drei in der Einzelwertung. „Das ist das stärkste Team, in dem ich je geritten bin“, sagte Werth, bei der immerhin fast 30 Jahre Erfahrung in diese Aussage einfließen.

Frei nach dem Motto „Der Feind in meinem Team“ wird aus dem goldenen Miteinander also ab sofort ein Gegeneinander – zumal die härteste Konkurrentin sich selbst aus dem Wettbewerb nahm. Britanniens dreimalige Olympiasiegerin Charlotte Dujardin, die mit ihrer Stute Freestyle hinter Werth den besten Ritt zeigte, wurde disqualifiziert.

Die Kontrolleure des Weltverbandes FEI hatten nach Dujardins Ritt Blutspuren an der linken Flanke ihres Pferdes gefunden. „Blut bedeutet Disqualifikation“, sagte Frank Kemperman, Chef der Dressur-Kommission der FEI: „Da wird auch nicht diskutiert, ganz egal, wie prominent der Reiter ist.“ Dujardin gab sich untröstlich, sie sei „erschüttert, am Boden zerstört, niemals zuvor ist mir etwas derartig Schlimmes passiert“.

Nun sind die deutschen Reiter an der Spitze unter sich, ernsthafte Zweifel gibt es daran nicht, auch wenn die Protagonisten selbst tiefstapeln. „Ich bin froh, überhaupt in dieser Mannschaft reiten zu dürfen“, sagte Dorothee Schneider, als einzige neben Werth und Dujardin im Grand Prix über 80 Prozent.

Die schöne Geschichte von den vier Freunden, die sich gegenseitig zum Erfolg tragen, dürfte spätestens im Grand Prix Special auserzählt sein. Immerhin geht es um einen Platz im deutschen Olympiateam, das in Tokio nur drei Reiter umfassen wird. Da wird die Luft dünner, das Klima rauer, auch wenn Rothenberger artig sagt: „Es ist toll, solche Kollegen mit so großartigen Pferden in der Mannschaft zu haben.“ Von denen jeder jedem den Platz im Team streitig machen kann. Und will.

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