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Pferdesport Schmezers Tod schockt Reiter

Michael Rossmann Otto-Ulrich Bals Jürgen Schultjan

’S-HERTOGENBOSCH - Die Tränen standen Isabell Werth in den Augen. „Das ist jetzt alles so was von egal“, sagte die Dressurreiterin zu den Ritten beim Weltcup-Finale und rang um Fassung. Der plötzliche Tod von Bundestrainer Holger Schmezer am Donnerstagabend traf den deutschen Reitsport völlig unerwartet. Die drei deutschen Final-Teilnehmer um Werth entschlossen sich dennoch, am Freitag in ’s-Hertogenbosch zu starten. „Das wäre in seinem Sinne gewesen, er hätte das so gewollt“, sagte Werth. „Wir sind heute für ihn geritten“, meinte Helen Langehanenberg (Havixbeck), die mit Damon Hill (76,125 Prozentpunkte) Platz zwei hinter der Niederländerin Adelinde Cornelissen mit Parzival (78,024) belegte.

Schmezer arbeitete seit 2001 als Chefcoach der deutschen Dressur-Equipe. Am Donnerstag war er zum Weltcup-Finale in die Niederlande gefahren. Dort starb er im Alter von 65 Jahren aus bisher ungeklärter Ursache. Er erlag womöglich einem Herzinfarkt. Schmezer war vor einigen Jahren an Krebs erkrankt, hatte sich selbst jedoch als geheilt bezeichnet. Er hinterlässt seine Ehefrau Martha und die sechsjährige Tochter Olenka.

Schmezer war mit den Reiterinnen und seinem Co-Trainer Jonny Hilberath am Donnerstagabend zum Abendessen verabredet. Als er nicht kam und auch nicht ans Telefon ging, wurde das Hotel informiert. Dort wurde er im Flur seines Zimmers gegen 20.30 Uhr tot aufgefunden. „Genaueres wissen wir noch nicht“, sagte Verbands-Präsident Breido Graf zu Rantzau.

„Das ist eine Katastrophe“, sagte Schmezers Kollege Otto Becker, der in ’s-Hertogenbosch die Springreiter betreut. „Es ist schrecklich und so unwirklich. Man kann das gar nicht glauben.“ Eine tiefe Betroffenheit löste Schmezers Tod auch beim Trainerkollegen Markus Gribbe aus Bösel (Kreis Cloppenburg) aus. Der 48-jährige Nationalcoach der kanadischen Dressur-Equipe, der am Freitagmittag gerade aus den USA zurückgekehrt war, hatte „die schreckliche Nachricht“ per SMS von seiner Frau Sylvia erhalten.

„Es ist sehr tragisch, so einen großartigen Menschen zu verlieren. Ich kannte ihn seit vielen Jahren. Er war in Deutschland mein Trainer, als ich zum B-Kader gehörte. Er war ein großartiger Trainer, von dem ich selbst viel gelernt habe“, meinte Gribbe.

Erst am Sonntag war der langjährige FN-Präsident Dieter Graf von Landsberg-Velen im Alter von 86 Jahren gestorben. Während Landsberg-Velen bereits einige Zeit krank war und im Krankenhaus starb, traf Schmezers Tod den FN-Chef Rantzau völlig unvorbereitet.

Holger Schmezer

hatte als junger Mann im schleswig-holsteinischen Plön über den Modernen Fünfkampf zum Reitsport gefunden. Der Ausbildung zum Bereiter folgten vier prägende Jahre bei Dressurausbilderlegende Willi Schultheis in Hamburg. 1979 eröffnete er in Verden-Bostel seinen eigenen Dressur- und Ausbildungsstall. Als Aktiver erzielte er über 100 Siege in Dressurprüfungen der Klasse S bis hin zu Intermediaire sowie etliche Platzierungen im Grand Prix. 1996 übernahm Schmezer das Amt des Bundestrainers der Junioren und Jungen Reiter, bevor er sich 2001 den Senioren verschrieb und Bundestrainer Dressur wurde. Die Olympischen Spiele im August sollten für Schmezer der Abschluss sein.
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