Mühlen - Das frühere Wunderpferd Totilas wird nicht bei der Saint-Lo Show in der Normandie (18./19. Februar) auftreten. „Das war nie geplant“, erklärte Mitbesitzer Paul Schockemöhle aus Mühlen (Kreis Vechta) am Donnerstag. Es wäre der erste Auftritt des teuersten Dressurpferdes der Welt seit dem Karriereende bei der Dressur-EM 2015 in Aachen gewesen.
Offensichtlich hatte ein Mitarbeiter Schockemöhles frühzeitig einen Start des mittlerweile 17-jährigen Rappen in Aussicht gestellt. Doch das stimme nicht, wie Europas größter Pferdehändler versicherte. Verärgert zeigte sich Schockemöhle (71) über Proteste, die im Internet aufkamen. „Da stand: Jetzt quetschen sie wieder jeden Euro aus dem Pferd. Alles Quatsch“, sagte er.
So wird es zunächst keinen Auftritt des einstigen Popstars des Pferdesports geben. Geschätzte zehn Millionen Euro hatte die Besitzergemeinschaft Schockemöhle/Linsenhoff/Rath im Jahr 2010 für Totilas bezahlt.
Nach dem Karriereende von Totilas bei der EM 2015 in Aachen war der Ruf zunächst ruiniert. Reiter Matthias Rath konnte nie die Erwartungen erfüllen, die man mit dem Wunderpferd verband. Um nicht alle Kunden zu verlieren, senkte Schockemöhle die Decktaxe von 8000 auf 2500 Euro.
Inzwischen kann sich Schockemöhle aber über eine reiche Totilas-Nachkommenschaft freuen. Allein im vergangenen Jahr kamen 200 Fohlen zur Welt. Bei einem Turnier in den Niederlanden belegten die Erben von Totilas bei den Vier- Fünf- und Sechsjährigen die ersten Plätze. „Das ist phänomenal“, meinte der Züchter.
