Ganderkesee/Warendorf - Die Doppel-Weltmeisterin im Vielseitigkeitsreiten, Sandra Auffarth aus Ganderkesee (Landkreis Oldenburg), übernimmt das Pferd Ispo des in diesem Jahr verstorbenen Reiterkollegen Benjamin Winter. Das teilte die 27-Jährige am Montag mit.
„Ben war nicht nur ein Reiterkollege, sondern auch ein sehr guter Freund“, erklärte Auffarth. Winter war am 14. Juni dieses Jahres beim Turnier in Luhmühlen auf Ispo schwer gestürzt. Im Krankenhaus starb er an den Folgen eines schweren Schädel-Hirn-Traumas, das er sich bei dem Sturz zugezogen hatte. Er wurde 25 Jahre alt. Der Unfall hatte eine Diskussion über die Risiken des Vielseitigkeitsreitens ausgelöst.
Auffarth kannte Winter seit Jahren, da die beiden einst in der Perspektivgruppe der Reiterlichen Vereinigung FN in Warendorf gemeinsam ritten. Schon seit dieser Zeit kenne sie auch Ispo, erklärte Auffarth. Die Entscheidung, das Pferd zu übernehmen, sei ihr nicht leicht gefallen. Schließlich verbinde sie mit Ispo viele Erinnerungen an Winter. Es sei aber der Wunsch der Familie des Verstorbenen gewesen, dass sie den zehnjährigen Wallach übernehme: „Ben war immer überzeugt von diesem Pferd. Ich werde alles daran setzen, Ispo in seinem Namen und in seinem Sinne weiterzureiten.“
Das Pferd kommt nun in den Stall von Auffarth, gehört aber weiterhin der Mutter von Benjamin Winter, Sybille Winter, sowie dem Deutschen Olympia-Komitee für Reiterei (DOKR).
Auf ihrem Spitzenpferd, dem zwölfjährigen Wallach Opgun Louvo (Spitzname „Wolle“), feierte Auffarth zahlreiche Erfolge. Bei den Olympischen Spielen 2012 in London gewann sie Gold mit der deutschen Mannschaft sowie Bronze in der Einzelkonkurrenz. Bei der WM in Frankreich in diesem Sommer ritt sie dann sogar in beiden Wettbewerben zum Titel.
