S’HERTOGENBOSCH - Der bisherige Co-Trainer Jonny Hilberath wird nach dem plötzlichen Tod von Holger Schmezer die deutschen Dressurreiter bei den Olympischen Spielen in London betreuen. „Ich werde das in Holgers Sinne weiterführen“, sagte Hilberath am Sonntag.

Er werde sich den nächsten Tagen vor allem in die administrativen Dinge einarbeiten, um die sich Schmezer bisher vorrangig gekümmert habe. Der bisherige Bundestrainer war am Donnerstag im Alter von 65 Jahren überraschend gestorben. Die niederländische Polizei geht von einer natürlichen Todesursache aus.

Der 56-jährige Hilberath aus dem niedersächsischen Abbendorf (Kreis Rotenburg) war seit drei Jahren als sogenannter Disziplintrainer der Assistent von Schmezer. Dass er die Nachfolge antrete, sei die logische und naheliegende Lösung, sagte Klaus Roeser, der Vorsitzende des Dressur-Ausschusses. „Er kennt alle Reiter, und sie kennen ihn“, sagte er über Hilberath. „Dass wir mit ihm planen, ist daher klar, und er will das auch.“

Beim Weltcup-Finale im niederländischen s’Hertogenbosch geriet der Sport nach Schmezers Tod am Wochenende zur Nebensache. Rang vier für Springreiter Philipp Weishaupt und Rang zwei der Dressurreiterin Helen Langehanenberg sorgten bei der inoffiziellen Hallen-Weltmeisterschaft für eine passable Bilanz der deutschen Mannschaft.

„Der Sport war sicher nicht ganz so wichtig“, sagte Springreiter-Coach Otto Becker, der mit dem Abschneiden nicht besonders zufrieden war. „Wenn man nicht an jedem Tag Topleistungen bringt, dann reicht es eben nicht.“ Die deutschen Springreiter sind allerdings auch verwöhnt, denn in den zurückliegenden vier Jahren gab es jeweils deutsche Sieger. Zweitbester Deutscher war dieses Mal Marcus Ehning auf Platz sieben. Marco Kutscher aus Norden belegte Rang 13.

Erfolgreicher schnitt die deutsche Dressur-Equipe ab. „Das wirkt noch gar nicht real“, sagte die Zweitplatzierte Langehanenberg, die zwei Tage nach Schmezers Tod ihren größten Erfolg errang. Zufrieden mit ihrem Ergebnis war auch Isabell Werth, die auf Platz vier ritt. „Das war ein guter Tag nach dem Schock“, sagte schließlich der neue Trainer Hilberath, der die drei deutschen Teilnehmerinnen nach Schmezers Tod allein coachte.