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NWZonline.de Sport Pferdesport

Sie brennt weiter vor Ehrgeiz

30.03.2017

Omaha /Berlin Sechs Olympiasiege, sieben WM-Titel und das Karriereende noch lange nicht in Sicht: Isabell Werth brennt weiter vor Ehrgeiz. Die erfolgreichste Reiterin der Geschichte steht mit ihren 47 Jahren - mal wieder - an der Spitze der Weltrangliste und ist beim Weltcup-Finale der Dressur ab Donnerstag in Omaha/USA die große Favoritin.

„Ich bin sehr zufrieden. Mir macht das Arbeiten mit den Pferden weiterhin großen Spaß“, sagte Werth dem SID vor ihrem Abflug in den mittleren Westen der USA. Mit ihrer Oldenburger Rappstute Weihegold liegt sie in der aktuellen Weltrangliste mit 2969 Punkten auf Rang eins - für Werth selbst keine so große Überraschung: „Es ist toll anzusehen, wie sich die Stute ständig weiterentwickelt.“

Bei Olympia 2016 in Rio hatten Werth und Weihegold mit Mannschaftsgold und Einzelsilber für Furore gesorgt. Werth löste den legendären Reiner Klimke im Ranking der weltweit besten Reiter ab. Wer jedoch gedacht hatte, dass die umtriebige Juristin damit am Ziel ihrer Träume angelangt ist und die Zügel fortan schleifen lässt, sah sich getäuscht.

Im abgelaufenen Winter setzte Werth noch einen drauf und zeigte ihre beste Hallenrunde seit langem. Mit Weihegold gewann sie bei den Weltcups in Lyon, Stuttgart und Amsterdam die Kür und erreichte dabei in Amsterdam mit 90,72 Prozentpunkten einen persönlichen Bestwert. „90 Prozent hat man nicht alle Tage. Das waren starke Auftritte. Aber beim Weltcup-Finale werden die Karten neu gemischt“, sagte Werth.

Dressur-Bundestrainerin Monica Theodorescu sieht ihre Vorreiterin in starker Verfassung und gibt sich optimistisch. „Ein Sieg von Isabell ist unser Ziel in Omaha“, meinte die dreimalige Team-Olympiasiegerin. Werth kann auf einen reichhaltigen Erfahrungsschatz bauen: Bereits vor 25 Jahren startete die „ewige“ Isabell beim Weltcup-Finale in Göteborg im Sattel der Fuchsstute Fabienne - und gewann.

Nach dem Vet-Check am Mittwoch starten die Reiter aus zwölf Nationen am Donnerstag (21.00 Uhr MESZ) mit der ersten Qualifikation. Das Finale beginnt am Samstag (21.00 Uhr MESZ). Der Weltcup ist im Reiten die wichtigste Hallenrunde, der Sieger gilt als inoffizieller Weltmeister.

Neben Werth werden die Amerikanerin Laura Graves mit Verdades und Titelverteidiger Hans Peter Minderhoud (Niederlande) mit Glock’s Flirt vorne erwartet. Kurzfristig absagen musste Werths Teamkollegin Jessica von Bredow-Werndl (Aubenhausen). Ihr Hengst Unee erlitt kurz vor dem Abflug eine leichte Kolik und konnte die Reise in die 400.000-Seelen-Gemeinde am Missouri nicht antreten.

Dass es für Werth nach dem Ausfall von Bredow-Werndl als alleinige deutsche Starterin in Nebraska etwas einsam werden könnte, ist keineswegs der Fall. Wer die kontaktfreudige Rheinländerin kennt, weiß, dass sie auch mit dieser Situation bestens umgehen kann. „Zum Glück sind ja noch unsere Springreiter da“, sagte Werth über das fünfköpfige Team um die Routiniers Ludger Beerbaum (Riesenbeck) und Marcus Ehning (Borken).

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