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NWZonline.de Sport Pferdesport

Reiten: Slowene stiehlt Stars die Show

29.05.2017

Hamburg Die deutschen Springreiter haben erneut den Sieg beim deutschen Derby verpasst. Der für Slowenien startende Pato Muente schnappte sich am Sonntag in der 88. Auflage des Klassikers in Hamburg überraschend den Sieg. Der in Argentinien geborene und in Soltau lebende Reiter setzte sich im Stechen des mit 120 000 Euro dotierten Springens auf der zehnjährigen Stute Zera durch. „Es ist ein Traum für mich in Erfüllung gegangen“, sagte der 43-Jährige.

Vor etwa 25 000 Zuschauern in Klein Flottbek blieb er mit Zera im entscheidenden Durchgang als einziger ohne Abwurf. Zweiter wurde Gilbert Tillmann aus Grevenbroich auf Claus Dieter (4 Strafpunkte/50,12 Sekunden) vor dem zweimaligen Sieger Nisse Lüneburg aus Wedel mit Cordillo (4/55,16).

Nachdem im vergangenen Jahr niemand den 1230 Meter langen Parcours mit seinen 17 Naturhindernissen ohne Fehler absolviert hatte, gelang diesmal gleich drei Reitern das Kunststück. Damit stieg die Zahl der Nullfehlerritte auf dem seit 1920 nahezu unveränderten Kurs auf 154. Vorjahressieger Billy Twomey verpasste den entscheidenden Durchgang mit Diaghilev nach einem Abwurf. Mario Stevens aus Molbergen (Kreis Cloppenburg) schaffte es mit drei Abwürfen „nur“ auf den 15. Platz.

Der emotionale Höhepunkt des fünftägigen Reitspektakels war allerdings schon am Samstag. Mit dem letzten Ritt auf seinem Pferd Casall vor dessen sportlicher Rente hatte Rolf-Göran Bengtsson den Großen Preis für sich entschieden. Es war das kitschig-schöne Ende der bemerkenswerten Karriere des 18-jährigen Hengstes.

Noch einmal hatten der seit langem in Itzehoe lebende Schwede und sein Ausnahmepferd in dem mit zur Global Champions Tour zählenden Springen ihre ganze Klasse gezeigt. Nach einer grandiosen Vorstellung lag das Paar im Stechen fast zweieinhalb Sekunden vor dem ebenso fehlerfreien Harrie Smolders mit Don.

Als erster Brite seit 50 Jahren gewann Emile Faurie das mit 30 000 Euro dotierte Dressur-Derby. Bei der 59. Auflage setzte sich der in Deutschland lebende 53-Jährige im Finale mit Pferdewechsel nach drei Ritten klar gegen seine Arbeitgeberin Bianca Kasselmann aus Hagen am Teutoburger Wald und die Russin Tatjana Kosterina durch.

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