Balve/Dinklage - Der Vater konnte es nicht fassen und schrie seine Freude heraus. „Bist du verrückt“, rief Paul Sprehe, als er das Ergebnis seiner Tochter Kristina bei den deutschen Meisterschaften in Balve auf der Anzeigetafel sah. Für den Ritt mit ihrem Hengst Desperado erhielt die Dressurreiterin aus Dinklage (Kreis Vechta) am Freitag 84,720 Prozentpunkte – das war der Sieg im Grand Prix und das bisher beste Ergebnis ihrer Karriere.

„Ich wusste, dass es gut ist, als ich den Aufschrei meines Vaters gehört habe“, berichtete die 26-Jährige immer noch strahlend, als sie die Dopingkontrolle absolviert hatte. „Dass es so hoch geht, das hätte ich nicht gedacht“, sagte die Team-Olympiazweite zu ihrem Ergebnis. Deutlich hinter Sprehe folgte Isabell Werth aus Rheinberg mit Don Johnson (79,740). Dritte wurde Fabienne Lütkemeier aus Paderborn mit D’Agostino (77,920).

„Kristina hat überzeugt. Das war sehr strukturiert und konzentriert“, sagte Bundestrainerin Monica Theodorescu, die sich zuletzt persönlich um das Training von Sprehe gekümmert hat. Das zahlte sich wohl aus, auch wenn Theodorescu ihren Anteil nicht überbewerten wollte.

Die Auftakt-Prüfung zählte als Qualifikation zur ersten Meisterschafts-Entscheidung an diesem Sonnabend, dem Grand Prix Special. „Vollgas ist immer gut“, sagte Sprehe augenzwinkernd mit Blick auf die zweite Prüfung und schob schnell hinterher: „Aber natürlich mit Kontrolle.“ Der zweite Dressur-Titel wird am Sonntag in der Kür vergeben.

Derweil hat Marcus Ehning die erste Prüfung der Springreiter gewonnen. Der 40-Jährige aus Borken siegte am Freitagabend mit Sabrina nach zwei fehlerfreien Runden aufgrund der besten Zeit in 65,29 Sekunden. Auf Platz zwei folgte Titelverteidiger Daniel Deußer (Mechelen/Belgien) mit First Class (0/66,47). Dritter ist Jörg Kreutzmann (Schretstaken) mit Caivano (0/67,88). Die Entscheidung bei den Springreitern fällt an diesem Sonntag nach zwei weiteren Umläufen.