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NWZonline.de Sport Pferdesport

Ein Spring-Talent zwischen EM und Heimspiel

19.07.2016

Rastede Irgendwie ist er schon so etwas wie ein alter Hase, ein bekanntes Gesicht, das auf dem Oldenburger Landesturnier nicht mehr wegzudenken ist. Piet Menke kennt jeden Grashalm, jedes Hindernis, jede Ecke des Schlossparks in Rastede, wo bei der 68. Auflage von diesem Dienstag an bis Sonntag wieder etwa 1000 Reiter und circa 2500 Pferde hochklassigen Sport bieten werden.

Das Besondere an Piet Menke? Er hat erst am vergangenen Sonnabend den 14. Geburtstag gefeiert. Weil er in Rastede direkt neben dem Schlosspark wohnt, weil er bei seinem Heimturnier schon unzählige Male über Hindernisse gesprungen ist, und weil er in seinem Alter eines der größten Springreiter-Talente Deutschlands ist, gehört er längst zu den Aushängeschildern des Landesturniers.

In diesem Jahr wartet auf Piet Menke eine besondere Herausforderung – nicht nur auf dem Pferd, sondern vor allem in der Organisation. „Ich wurde vom Deutschen Olympiade-Komitee für die Nachwuchs-EM der Springreiter nominiert“, berichtet der 14-jährige. Diese findet vom 27. bis 31. Juli im irischen Millstreet statt. Da sich der deutsche Bundeskader aber bereits ab diesem Mittwoch in Warendorf auf die Europameisterschaften vorbereitet, kollidiert der Termin mit dem des Landesturniers. „Wir haben es jedoch einrichten können, dass ich in Rastede starten kann“, sagt Menke – mit ruhigem Ton, ganz nüchtern, wie ein alter Hase eben.

Dafür ist ein derart hoher logistischer Aufwand nötig, dass die ganze Familie Menke miteinbezogen wird. An diesem Mittwoch, ab 8 Uhr, springt Piet in der Qualifikation zum Bundeschampionat, einem Zwei-Sterne-M-Springen, auf der sechsjährigen Quintitia OLD über die Hindernisse. Von dort aus geht es direkt nach Hause, um die Koffer ins Auto zu laden und von seinen Eltern mit der achtjährigen Stute Cesha OLD im Anhänger nach Warendorf gebracht zu werden.

Von den in Nordrhein-Westfalen anstehenden Einheiten mit dem Bundeskader holen ihn am Freitag die Großeltern wieder ab, damit Piet am Sonnabendabend ab 22.45 Uhr beim beliebten Ride & Drive im Schlosspark dabei sein kann. Vater und Mutter Menke sind dann schon längst mit EM-Pferd Cesha auf dem Weg nach Irland, Piet fliegt erst am Sonntagabend zusammen mit seinem Opa von Düsseldorf aus hinterher. „Für diesen Plan waren hitzige Diskussionen fällig. Opa hat eigentlich Flugangst“, erzählt Vater und Trainer Utz Menke lachend und fügt dann schnell hinzu: „Die ganze Familie nimmt diesen Aufwand natürlich gern auf sich.“

Bei der 27. Juli beginnenden Europameisterschaft hat Piet Menke durchaus gute Chancen auf eine Medaille, vielleicht sogar den Titel. Im vergangenen Jahr gewann der Rasteder in Wiener Neustadt (Österreich) EM-Bronze auf Cesha OLD in der Altersklasse Children, in der er auch dieses Mal wieder an den Start geht. Weil er seine starken Leistungen auch in diesem Jahr unter anderem mit Platz zwei beim Preis der Besten in Warendorf bestätigen konnte, wurde er erneut für die EM nominiert.

„Cesha und ich sind super in Schuss. Wir werden hochmotiviert sein“, verspricht Piet Menke. Vor so einer großen Chance wie der EM muss selbst der alte Hase ein wenig Nervosität eingestehen: „Es ist eine Riesenanspannung.“

Lars Blancke
Redakteur
Sportredaktion
Tel:
0441 9988 2033

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