Herning/Oldenburg/Dinklage - Nur der Debütant ritt am ersten Tag fehlerfrei. Daniel Deußer blieb bei seiner ersten EM am Dienstag in Herning (Dänemark) als einziger deutscher Springreiter ohne Abwurf und verhalf der Equipe zu einer ordentlichen Ausgangsposition. „Wir sind noch in Reichweite der Medaillen“, sagte Bundestrainer Otto Becker zu Platz vier nach dem Zeitspringen. Der Coach ärgerte sich jedoch nach der ersten von drei Runden über die Abwürfe: „Das waren dreimal blöde Fehler.“

Vor der zweiten Runde am Mittwochmorgen führen die Franzosen deutlich vor den Briten und Schweizern. „Jetzt sind Nullrunden umso wichtiger“, sagte der zweimalige Vize-Europameister Carsten-Otto Nagel. Im Einzel liegt Deußer als bester deutscher Reiter auf Rang zehn.

Ludger Beerbaum legte als Startreiter mit Chiara rasant los, doch bei dem Routinier aus Riesenbeck fiel am letzten Teil der dreifachen Kombination eine Stange. An der gleichen Stelle kassierte anschließend auch Nagel einen Abwurf mit Corradina. „Das ist schon schade“, sagte der 50-Jährige aus Norderstedt.

Das einzige Mal lächelte der Bundestrainer nach dem Ritt von Daniel Deußer. Der 32-jährige Debütant im Team zeigte mit Cornet d’Amour eine makellose Runde. „Ich habe die anderen beiden gesehen, dadurch habe ich an der Dreifachen mehr aufgepasst“, sagte der in Belgien lebende Hesse.

Schlussreiter Christian Ahlmann erwischte es mit Codex one am gleichen Hindernis – allerdings am ersten Sprung. „Mit ein bisschen Glück wäre die Stange liegengeblieben“, sagte der Reiter aus Marl, der meinte, zum Auftakt „nicht das letzte Risiko gegangen“ zu sein: „Es kommen ja noch zwei Runden.“

Die Dressurwettbewerbe in Herning beginnen an diesem Mittwoch. „Wir sind alle gut drauf“, sagt Kristina Sprehe aus Dinklage, die im deutschen Team gemeinsam mit Helen Langehanenberg (Münster), Isabell Werth (Rheinberg) und Fabienne Lütkemeier (Paderborn) an den Start geht. Als Ersatzreiterin steht Nadine Capellmann (Würselen) bereit. Als traditionell starke Dressurmannschaft würde die deutsche Equipe natürlich auf die Goldmedaille hoffen, sagt Sprehe: „Aber die Konkurrenz hier ist schon stark.“