Luhmühlen/Ganderkesee - Der tödliche Reitunfall von Benjamin Winter hat auch in der regionalen Vielseitigkeits-Szene große Bestürzung ausgelöst. Neben der persönlichen Betroffenheit richteten Experten den Blick auch auf die Auswirkungen für die Sportart.
„Das bedeutet einen schweren Rückschlag für unseren Sport“, bedauerte der frühere Bundestrainer der Vielseitigkeitsreiter, Horst Karsten (Delmenhorst), der am Sonnabend selbst in Luhmühlen war. „Wir hatten uns gerade wieder erholt, nachdem im letzten Jahr nichts passiert war.“ Karsten zeigte großes Verständnis für die Entscheidung von Sandra Auffarth, nach dem Unglück auf ihren Ritt mit Opgun Louvo zu verzichten.
Die Ganderkeseerin befand sich schon in der Vorbereitung, als sie die Nachricht vom Sturz des mit ihr gut befreundeten Benjamin Winter erreichte. „Es war unmöglich, dass sie da noch reiten konnte“, schildert ihre Mutter Bärbel Auffarth, langjährige Vorsitzende des Kreisreiterverbandes Delmenhorst, den Moment. Sie akzeptiert aber auch, dass der Wettbewerb weiterlief. „Das muss man jedem offen lassen, viele hatten ja auch eine weite Anreise nach Luhmühlen.“ Mögliche Auswirkungen des Unglücks auf die nächsten Starts ihrer Tochter seien zurzeit kein Thema.
Sein Mitgefühl gegenüber den Angehörigen brachte auch Jan-Christoph Egerer, Chef des Oldenburger Landesturniers, zum Ausdruck. Im Rasteder Schlosspark hatte im Vorjahr der Tod des Hengstes Likoto von Reiterin Merle Wewer (Löningen) für Bestürzung gesorgt. Das Pferd starb an einem Aorta-Abriss.
