STUTTGART - Im letzten Springen rettete Ludger Beerbaum beim Weltcup-Heimspiel in Stuttgart die Ehre der einheimischen Reiter. Der viermalige Olympiasieger gewann am Sonntag erneut den Großen Preis beim German Masters. Der Reiter aus Riesenbeck setzte sich im Sattel der Stute Gotha mit dem schnellsten Ritt des Stechens in 35,70 Sekunden durch.
Ich bin die ganze Woche hinterhergeritten, sagte Beerbaum was auch für die anderen deutschen Springreiter galt. Als es darauf ankam, war Beerbaum aber topfit. Das Stechen war vom Feinsten, kommentierte der 48-Jährige seinen entscheidenden Ritt. Er hatte zuletzt vor zwei Jahren in Stuttgart gewonnen. Insgesamt war es bereits der sechste Sieg von Beerbaum im Großen Preis von Stuttgart.
Auf Platz zwei kam Steve Guerdat (Schweiz) mit Nino (0/35,93) vor Rolf-Göran Bengtsson (Schweden) mit Quintero (0/36,55). Zweitbester deutscher Starter war Marco Kutscher (Riesenbeck) mit Cornet Obolensky (0/37,37) auf Platz vier. Stuttgart ist die fünfte von zwölf Weltcup-Stationen der Westeuropa-Liga, die nun Bengtsson anführt. Rang acht belegte Meredith Michaels-Beerbaum (Thedinghausen) mit Checkmate, die einen Abwurf hatte.
Einen wesentlich schlechteren Tag erwischten gleich drei deutsche Mannschafts-Weltmeister von 2010. Marcus Ehning (Borken) gab mit Küchengirl nach mehreren Abwürfen ebenso auf wie Carsten-Otto Nagel (Norderstedt) mit Corradina und Janne-Friederike Meyer (Schenefeld) mit Lambrasco. Meyer hatte noch in der Vorwoche bei den Oldenburger Pferdetagen Platz drei im Großen Preis belegt.
Die wichtigen Springen wurden vor Beerbaums Sieg allesamt von Ausländern gewonnen worden. Im German Master, der zweitwichtigsten Prüfung des Turniers, gelang immerhin Mannschafts-Europameister Marco Kutscher (Riesenbeck) mit Satisfaction der Einzug in das Stechen und Rang drei. Pius Schwizer wurde als erster Schweizer Master-Sieger mit Verdi. Er gewann vor dem Iren Billy Twomey mit Tinkas Serenade.
Die Dressur war in der Schleyer-Halle hingegen fest in deutscher Hand. Die beiden Olympiasiegerinnen Isabell Werth aus Rheinberg und Ulla Salzgeber aus Blonhofen dominierten die entscheidenden vier Prüfungen deutlich.
Salzgeber gewann mit Herzrufs Erbe nach dem Grand Prix auch die Kür, für die das Paar 82,575 Prozentpunkte erhielt. Einen Doppel-Sieg gab es zudem für Werth, die den zweiten Grand Prix sowie den Special für sich entschied.
Damit gewann Werth auch zum neunten Mal das Dressur-Master. Mit dem zehnjährigen Wallach El Santo erzielte sie 77,867 Prozentpunkte. Wesentlich emotionalere Momente hatte es für Werth am Sonnabend gegeben. Ihr 17-jähriges Pferd Satchmo wurde nach 13 Jahren Zusammenarbeit verabschiedet. Mit dem Hannoveraner Wallach hatte sie unter anderem zwei Weltmeister-Titel gewonnen.
