Oldenburg - „Sie ist eine Sympathieträgerin des Dressursports, sie hat eine Leichtigkeit, die toll ist“, sagt Dr. Kaspar Funke, Turnierchef des Oldenburger Agravis-Cups, über Kathleen Keller – und die guckt bei so viel Lob erst einmal verlegen Richtung Boden. Dabei muss die 26-Jährige, die in Luhmühlen geboren wurde und seit zwei Jahren in Diepholz lebt, bei einem Blick auf ihre Erfolge sicher nicht zurückhaltend sein.

Bereits dreimal (2011, 2013, 2014) konnte Keller das Deutsche Dressur Derby der U-25-Reiter in Hamburg gewinnen. Darüber hinaus schaffte sie 2011 sogar das „Double“, siegte nicht nur in der U 25, sondern gewann auch das große Deutsche Dressurderby in Hamburg und ist so die jüngste Siegerin dieser Prüfung.

„Ich hatte großes Glück mit den richtigen Pferden“, gibt Keller sich weiter bescheiden. Dass sie aber die drei Titel mit unterschiedlichen Pferden holte, untermauert ihr großes Talent. „Ich bin schon bei meinen Eltern mit Pferden ausgewachsen und habe deswegen sehr früh mit dem Reiten begonnen“, erzählt Keller. Bereits mit 14 Jahren wurde ihr das Goldene Reitabzeichen verliehen. Als 15-Jährige wurde sie deutsche Jugend-Meisterin in der Dressur, gewann 2004 EM-Gold mit dem Junioren-Team und 2008 EM-Silber mit den Jungen Reitern. Seitdem sie 2014 ihr Wirtschaftspsychologie-Studium abgeschlossen hat, widmet sie sich voll und ganz dem Reiten.

Beim Agravis-Cup in der großen EWE-Arena startet sie an diesem Freitag im Grand Prix (ab 15.30 Uhr) mit dem Rappwallach San Royal, einem Nachwuchspferd. „Ein Neunjähriger, der gut drauf ist. Wenn ich mir das Feld angucke, erwarte ich guten Sport“, sagt Keller. Grand Prix Kür am Samstag (13.45 Uhr) und Grand Prix Special (Sonntag, 14.30 Uhr) sollen folgen.

Weil Isabell Werth und Sönke Rothenberger kurzfristig ihren Start absagten und Kristina Bröring-Sprehe (Dinklage) nur im Rahmen des Galaabends auftritt – damit fehlen drei Dressurreiter aus dem olympischen Team, das im August dieses Jahres Gold gewann –, dürften Kellers Chancen auf eine gute Platzierung gestiegen sein. Titelverteidigerin Beatrice Buchwald sowie einige internationale Reiterinnen stellen jedoch starke Konkurrenten. „Das Feld wird eng zusammen sein. Die Tagesform sollte entscheiden“, sagt Keller.

Lars Blancke
Lars Blancke Sportredaktion