Oldenburg - Sieger, mit denen keiner gerechnet hat, gab es beim Großen Preis der internationalen Oldenburger Pferdetage (8. bis 10. November, große EWE-Arena) bereits häufiger. Eine Überraschung trauen viele auch Springreiter Maurice Tebbel zu, doch der 19-Jährige hält nichts davon, im Vorfeld große Töne zu spucken. „Bei meiner Premiere im Vorjahr ist mir hier jeden Tag ein Fehler unterlaufen. Ich hoffe, dass sich das dieses Jahr ändert“, gibt sich der Junioren-Europameister von 2012 zurückhaltend, ist aber trotzdem gespannt: „Denn die neue Arena mit ihrer Kulisse wie in einem Stadion steigert die Motivation.“
Mit großem Respekt kommentiert der Emsbürener auch das hochkarätige Teilnehmerfeld. „Die können beim Großen Preis alle eine Rolle spielen“, meint er mit Blick auf Mario Stevens, Carsten-Otto Nagel, Janne Friederike Meyer oder Patrick Stühlmeyer. „Unter die ersten Fünf zu kommen, dürfte für mich sehr schwierig werden.“
Diese Einschätzung teilt Claus Bergjohann nicht. „Maurice kann hier jeden schlagen. Er ist derzeit einer unserer Besten“, sagt der Vorsitzende des Pferdesportverbands Weser-Ems über den hoffnungsvollen Nachwuchsreiter. Als Sohn des dreimaligen deutschen Meisters René Tebbel (44), der seit kurzem auch die Equipe der Ukraine als Nationaltrainer betreut, hat er einen erfahrenen Coach an seiner Seite. „Mit ihm plane ich meine Turniereinsätze“, erzählt er.
Der Große Preis (Sonntag, 10. November, 15 Uhr), der von der Alten Oldenburger, der LzO und der Öffentlichen Versicherung unterstützt wird, ist wie jedes Jahr der Höhepunkt der Pferdetage und bildet den Abschluss der dreitägigen Veranstaltung. Dabei geht es nicht nur um den Sieg, sondern auch um wichtige Weltranglistenpunkte und die Qualifikation zum Masters League Finale 2014 in Dortmund. Titelverteidiger ist Holger Hetzel (53) aus Goch am Niederrhein, der seinen Start bereits weit im Voraus angekündigt hat.
Eine große Rolle spielt auch wieder die Dressur. Bereits im Vorjahr wurde das Programm reiter- und zuschauerfreundlicher gestaltet. So hofft Turnierchef Kaspar Funke erneut auf viel Publikum beim Grand Prix (Freitag, 14.45 Uhr) und Grand Prix Special (Sonnabend, 13 Uhr).
Genannt haben unter anderem der Vize-Mannschaftseuropameister 2011, Christoph Koschel, Dorothee Schneider aus der deutschen Silber-Equipe von London sowie die einst in Cappeln (Kreis Cloppenburg) lebende US-Amerikanerin Lisa Wilcox.
Insgesamt stehen an den drei Turniertagen 24 Prüfungen auf dem Programm. Das Gesamtpreisgeld liegt bei 128 000 Euro.
