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NWZonline.de Sport Pferdesport

Vom Show-Star zum Pferdezüchter

24.07.2010

WILHELMSHAVEN „Junge, du bist eine ganz große Nummer“, so lautete am 22. November 1969 eine Schlagzeile auf der Titelseite der Bild-Zeitung. Dieser zu der Zeit 29 Jahre alte „Junge“ war Kurt Stadel, ein echter Banter Junge.

Entdeckt hatte die musikalischen Qualitäten des Wilhelmshaveners Rudi Carrell. Seitdem verdiente sich Stadel, der schon immer Sänger werden wollte, aber erstmal den Beruf des Klempners erlernte, seine Brötchen als Gesangsimitator. 35 Jahre lang tourte er durch ganz Deutschland und die halbe Welt, stand auf der Bühne oder vor Fernsehkameras und führte das Leben eines Showstars. Das ist bekannt, zumindest den Älteren unter uns.

Aber was macht Kurt Stadel eigentlich heute? „Das waren tolle Jahre“, sagt Stadel, der Anfang des Jahres 70 geworden ist. „Aber heute gibt es kaum noch Sänger, die es sich zu imitieren lohnt. Viele Orchester können nicht mehr nach Noten spielen und Halbplayback ist nicht mein Ding.“ Überhaupt seien halbe Sachen sein Ding nicht, weder im Beruf noch bei seinem Hobby Fußballspielen. Und so auch nicht bei seiner neuen Leidenschaft, der Pferdezucht.

Obwohl, so neu ist diese Leidenschaft nicht. Aber seit Stadel vor fünf Jahren ausstieg aus dem Showgeschäft, hat er natürlich viel Zeit für seine geliebten Oldenburger. Angefangen hat alles schon 1970. „Da bin ich in den Drehpausen mit Chris Roberts immer zum Reitunterricht gefahren.“

Später habe er sich erst ein Pferd gekauft, und als auch seine Frau Christa Gefallen am Reiten fand ein zweites. „Wir sind oft mit den Pferden in die Lüneburger Heide in Urlaub gefahren. Morgens habe ich noch im Sattel gesessen, abends bin ich zur Gala gefahren und am nächsten Morgen saß ich wieder im Sattel.“

Mit Stute „Papagena“ begann das Ehepaar dann die Zucht. Auf dem großen Grundstück ihres Einfamilienhauses in Fedderwarden bauten Stadel und seine Frau Pferdeboxen, kauften das angrenzende Weideland, einen Traktor und diverse Arbeitsgeräte. „Wir machen selbst Heu, misten die Boxen aus, ziehen die Fohlen groß und ich hole auch den Nachwuchs eigenhändig auf die Welt. Einen Stallburschen haben wir nicht“, sagt Stadel, dem man die 70 und den zweifachen Großvater nicht ansieht und der wie ein Cowboy über den Weidezaun klettert. Drei Rappen kommen ihm bereitwillig entgegen und lassen sich von ihm „knuddeln“. Stadel ist Mitglied im Oldenburger Pferdezuchtverband und durchaus erfolgreich. Er und seine Frau reiten selbst nicht mehr, aber die Zucht wollen sie weiter machen, so lange es geht. Und das kann sicher noch ein paar Jährchen sein, denn beide Stadels sind ausgesprochen fit. Zweimal pro Woche gehen sie ins Fitnessstudio ihres Sohnes in Jever. „Wir sind schon durch die Pferde jeden Tag an der frischen Luft und in Bewegung.“

In Urlaub fahre seine Frau allerdings meistens mit ihrer Schwester, er sei froh, wenn er zu Hause sei. „Ich bin auf der ganzen Welt gewesen, jetzt mag ich manchmal nicht mal mehr bis nach Bremen fahren.“ Auch Musikveranstaltungen meide er, denn was heute so gespielt werde, reize ihn wenig und die sogenannten Comedians seien einfach geschmacklos.

„Ich bin froh, dass meine Frau und ich die gleichen Interessen teilen. Oft höre ich auf sie, denn für die Pferde hat sie ein gutes Gespür.“ Sie hingegen sei dankbar dafür, dass ihr Mann nach Beendigung seiner Karriere nicht in ein tiefes Loch gefallen sei, sondern mit den Pferden eine sinnvolle Aufgabe habe. „Ich habe im richtigen Moment aufgehört“, ist sich Stadel sicher.

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