Göteborg - Tapfer schaute sich Kristina Sprehe nach dem Schreck am Morgen die Ritte der Konkurrenz an. Während ihr verletztes Pferd Desperados bereits auf der Heimreise war, verdaute die Dressurreiterin aus Dinklage (Kreis Vechta) ihr Weltcup-Aus in Göteborg auf der Tribüne.
„Ausgerechnet beim Finale auszufallen, ist natürlich besonders ärgerlich“, sagte die 26-Jährige und rang um Fassung. Kurz danach ritt ihre Freundin Helen Langehanenberg am Donnerstag mit Damon Hill im Grand Prix auf Platz eins. „Das war für uns heute Morgen schon ein Schock“, sagte die Siegerin.
Das Aus traf Sprehe hart. Denn das Finale in Schweden ist der Höhepunkt der Hallensaison. Für die junge Reiterin, die bei Olympia 2012 in London Silber mit der deutschen Dressur-Equipe holte, sollte es die Premiere bei der inoffiziellen Hallen-WM werden. „Das ist bitter und tut mir sehr, sehr leid für Kristina“, kommentierte Bundestrainerin Monica Theodorescu.
„Es war, als wenn er in ein Loch gefallen wäre“, berichtete Sprehe von der Verletzung ihres Hengstes beim leichten Training am frühen Morgen. Zerrung im rechten Vorderbein lautete die erste Diagnose. Für eine genauere Untersuchung brachte das Sprehe-Team das Pferd kurz danach zurück nach Deutschland. „Ich kann es nicht erklären, es war von einer auf die andere Sekunde“, berichtete Sprehe. Mit Blick auf die deutsche Meisterschaft Anfang Juni sagte sie: „Ich hoffe, es ist nichts Ernstes.“
Teamkollegin Langehanenberg musste nach dem Aus ihrer Freundin als erste Reiterin ins Dressur-Viereck. Die 30-Jährige aus Havixbeck behielt aber die Nerven und kam mit 79,863 Prozentpunkten auf Platz eins vor Edward Gal aus den Niederlanden mit Glock’s Undercover (78,465). Die Entscheidung über den Weltcup-Sieg fällt an diesem Sonnabend in der Kür.
