• Jobs
  • Immo
  • Auto
  • Kleinanzeigen
  • Deals
  • Trauer
  • Hochzeit
  • Guide
  • Shop
  • Tickets
  • Veranstaltungskalender
  • Fußball
  • Werben
  • Kontakt
  • Über uns
 
NWZonline.de Sport Pferdesport

Agravis-Cup In Oldenburg: Wettkampf wird zum Familientreff

11.11.2015

Lemwerder Gerd Sosath schlendert entspannt im lässigen Kapuzenpulli durch die eigene Reithalle auf dem Hof Sosath in Lemwerder (Kreis Wesermarsch). An den Klinkersteinwänden hängen große Bilder von Reitern und Pferden, im Zentrum der 25 Meter breiten und 60 Meter langen Halle dreht gerade eine junge Reiterin ihre Runden durch den aufgestellten Hindernis-Parcours. „Hier wird täglich trainiert – ob nun unsere Kunden oder wir selbst“, sagt Gerd Sosath stolz.

Der Hof Sosath, der seine Anfänge schon im 17. Jahrhundert fand, ist inzwischen weit mehr als nur ein Familienunternehmen. Seitdem Gerd Sosath den elterlichen Hof 1983 übernahm und den Schwerpunkt auf die Pferdehaltung legte, wächst der Betrieb stetig. „Wir haben 300 Pferde, verbinden Zucht und Sport miteinander. Es gibt viele internationale Kunden aus Russland, Amerika oder der Schweiz“, erklärt der 60-Jährige, der für das Management des Betriebes zuständig ist.

Der Name Sosath steht in der Region vor allem aber für Erfolge im Springreiten. Und so wollen Gerd Sosath, sein Sohn Hendrik (28) und seine Tochter Janne (29) auch beim Agravis-Cup in der großen EWE-Arena in Oldenburg (12. bis 15. November) wieder vorn mitreiten. „Wir freuen uns immer sehr auf diese Turniere in der Region. Sie sind eine gute Abwechslung zu den vielen internationalen Wettbewerben mit langen Anreisen“, betont Gerd Sosath.

Schon mit acht Jahren bekam der Routinier ein Pony geschenkt, „und dann ging alles seinen Weg“. Bei den ehemaligen Internationalen Pferdetagen, wie das Turnier bis vor zwei Jahren hieß, wird er mit seiner achtjährigen selbstgezogenen Stute Cadora starten. „Es fehlen mir ein, zwei Turniere vorweg. Das ist wie bei Fußballern, ein Pferd benötigt Wettkampfpraxis“, sagt Sosath. Zuletzt sei er viel auf Kör-Veranstaltungen unterwegs gewesen, habe an weniger Prüfungen teilgenommen. „Den Großen Preis am Sonntag gewinnen wir wohl nicht“, prognostiziert Sosath augenzwinkernd mit einem Blick auf die starke Konkurrenz.

Wie so oft wird auch der Agravis-Cup zu einer Art Familienausflug im Hause Sosath. Sohn Hendrik, der im vergangenen Jahr auf Lady Lordana eine Zwei-Phasen-Springprüfung in Oldenburg gewinnen konnte, wird mit Cador, dem Bruder von Cadora, starten. Und Tochter Janne sattelt Casiro, einen 13-jährigen Hengst. Gibt es bei so viel gemeinsamer Zeit auch mal Streit in der Familie? „Einig sind wir uns sicher nicht immer“, gesteht Gerd Sosath lachend ein, relativiert aber schnell: „Das klappt sehr gut, zumal wir uns auch gegenseitig Tipps geben können. Wir halten schon eng zusammen.“

Tipps und Training sind auf dem Hof Sosath ohnehin Alltag – für Reiter wie Pferd. Während Routinier Gerd seinen Körper durch „tägliches Schwimmen, Übungen auf der Rüttelplatte und viele gymnastische Übungen“ in Form hält, haben die Tiere ebenfalls einen klar strukturierten Tagesablauf. „Morgens geht es aufs Laufband, dann zwei Stunden auf die Weide oder ins Paddock (umzäunter Auslauf). Ein- bis zweimal pro Woche werden sie zudem gesprungen, dreimal am Tag kommen sie raus“, betont Gerd Sosath. Es sei entscheidend, dass die Pferde voll austrainiert sind, um Verletzungen in Prüfungen zu vermeiden. Dazu gehöre auch eine ausgewogene Ernährung. „Sie benötigen viele Elektrolyte, die Mineralstoffversorgung muss gut sein“, erklärt der erfahrene Reiter.

In Oldenburg wartet zudem eine weitere besondere Herausforderung auf Pferd und Reiter. „Die große EWE-Arena ist natürlich eine der größeren Hallen mit einer besonderen Atmosphäre. Nicht so erfahrene Pferde werden da schnell ganz klein“, erklärt Gerd Sosath. Wichtig sei es, als Reiter souverän zu bleiben, um das Tier nicht zusätzlich zu verunsichern. Den Umzug vor zwei Jahren von der Weser-Ems-Halle in die große Arena sieht der 60-Jährige positiv: „Dort herrschen ideale Bedingungen für uns, der Abreiteplatz ist viel größer.“

Einfach wird das Turnier für Familie Sosath aber nicht. Vor wenigen Tagen verstarb Springpferdevererber Landor S, der 1991 auf dem Hof geboren wurde, im Alter von 24 Jahren. Der Ausnahme-Hengst rutschte auf dem Weg ins Paddock aus und brach sich die Hüfte. „Das ist sehr traurig für uns. Landor S war unser erster Deckhengst, er war der Begründer unserer Hengststation und hat den Erfolg des Betriebes entscheidend mitgeprägt“, sagt Gerd Sosath.

Er habe eine besondere Beziehung zu ihm gehabt, er sei stets unverkäuflich gewesen. Der größte Erfolg des Paares war der Sieg beim Bundeschampionat der Sechsjährigen. Landor S war zudem Landesmeister und Oldenburger Hengst des Jahres. Bis Ende 2014 hatten seine Nachkommen in Deutschland mehr als 1,66 Millionen Euro verdient.


Zeitplan und Infos unter   www.agravis-cup.de 
Lars Blancke Redakteur / Sportredaktion
Rufen Sie mich an:
0441 9988 2033
Meine Themen: Verpassen Sie keine für Sie wichtige Meldung mehr!

So erstellen Sie sich Ihre persönliche Nachrichtenseite:

  1. Registrieren Sie sich auf NWZonline bzw. melden Sie sich an, wenn Sie schon einen Zugang haben.
  2. Unter jedem Artikel finden Sie ausgewählte Themen, denen Sie folgen können.
  3. Per Klick aktivieren Sie ein Thema, die Auswahl färbt sich blau. Sie können es jederzeit auch wieder per Klick deaktivieren.
  4. Nun finden Sie auf Ihrer persönlichen Übersichtsseite alle passenden Artikel zu Ihrer Auswahl.

Ihre Meinung über 

Hinweis: Unsere Kommentarfunktion nutzt das Plug-In „DISQUS“ vom Betreiber DISQUS Inc., 717 Market St., San Francisco, CA 94103, USA, die für die Verarbeitung der Kommentare verantwortlich sind. Wir greifen nur bei Nutzerbeschwerden über Verstöße der Netiquette in den Dialog ein, können aber keine personenbezogenen Informationen des Nutzers einsehen oder verarbeiten.