Warendorf - Wegen fehlender Perspektive sind das Millionen-Pferd Totilas und sein Dressurreiter Matthias Alexander Rath aus sämtlichen deutschen Kadern gestrichen worden. „Das ist eine normale Sache“, sagte die neue Bundestrainerin Monica Theodorescu auf Nachfrage. „Wenn Ergebnisse fehlen, ist man nun mal raus. Wenn Ergebnisse wieder da sind, kommt man auch schnell wieder rein“, erklärte die 49-Jährige.
Schon seit über einem halben Jahr haben der zwölfjährige Hengst und sein Reiter keinen Wettkampf mehr bestritten. Zuletzt zeigten sie sich bei den deutschen Meisterschaften im Juni und verloren ihre Titel an Helen Langehanenberg (Havixbeck) mit Damon Hill. Danach erkrankte Rath am Pfeifferschen Drüsenfieber, verpasste das CHIO in Aachen und Olympia. Erst seit Anfang Oktober kann Rath wieder trainieren, unter anderem bei dem wegen seiner Methoden umstrittenen Niederländer Sjef Janssen.
Bislang gehörten Rath und der einst als Wunderpferd gepriesene Totilas dem Championatskader des Deutschen Olympiade-Komitees für Reiterei (DOKR) an. „Wir bedauern dies sehr, müssen aber alle Kaderreiter gleich behandeln“, wird der Dressur-Ausschuss-Vorsitzende Klaus Roeser in einer Mitteilung der Deutschen Reiterlichen Vereinigung (FN) zitiert. „Selbstverständlich wird das Paar wieder Mitglied des Championatskaders, sobald die ersten Starts eine Perspektive, konkret für die EM 2013 in Dänemark, erkennen lassen.“
Doch was Rath und dessen Umfeld mit Totilas vorhaben, weiß scheinbar niemand so genau. „Dem DOKR liegen keine Informationen vor, wann mit einer Rückkehr in den internationalen Turniersport zu rechnen sei“, meldet der Verband weiter.
Laut Theodorescu ist sicher, dass Totilas nicht in der Hallensaison im Weltcup startet. Bei den Internationalen Pferdetagen Anfang November in Oldenburg hatte die Bundestrainerin noch von einem Einstieg Totilas „im zweiten Teil der Weltcup-Saison“ gesprochen. Nun also tritt der Rapphengst überhaupt nicht an.
„Mit Totilas ist alles schief gelaufen, was schief laufen konnte“, hatte sich kürzlich erst Paul Schockemöhle kritisch geäußert. Der Unternehmer aus Mühlen hatte vor zwei Jahren für geschätzte zehn Millionen Euro Totilas gekauft. Mitbesitzerin ist Raths Stiefmutter Ann Kathrin Linsenhoff. Als Konsequenz aus den bislang nur mäßigen Erfolgen hat Schockemöhle angekündigt, den Hengst 2013 nicht mehr vollends in den Zuchteinsatz zu nehmen.
