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NWZonline.de Garten

Pfefferminze: Vielseitiges Kraut aus China

10.04.2010

Über China und den Orient kam die Pfefferminze vor langer Zeit nach Ägypten, wo sie bereits 1200 vor Christus angebaut wurde. In der Antike rieb man die Tische mit den Blättern der Minze ein, um den Appetit anzuregen. Mit den Römern und in der Folge der Missionierung Germaniens erreichten diese Sorten dann auch Mitteleuropa.

Ableger besorgen

Eine große Formenvielfalt von Minzen bieten sich zum Anbau im Garten an. Neben der erstmalig Ende des 17. Jahrhunderts erscheinenden Echten Pfefferminze, Mentha piperita, eine Kreuzung aus der Grünen Minze und der Wasserminze, Mentha aquatica, gibt es zahlreiche Züchtungen für jeden Geschmack. Da die Pfefferminze ein steriler Bastard ist, bildet sie keine Samen aus; eine Vermehrung erfolgt über Ausläufer. Für den Garten besorgt man sich deshalb Ableger von einer sortenechten Mutterpflanze. Im Gartenhandel und im Versand gibt es eine reiche Auswahl an Sorten: neben der echten Mitcham Pfefferminze die Orangenminze (M. citrata), Krause Minze (M. crispa), Poleiminze (M. pulegium), Apfelminze (M. rotundfolia), Ananasminze (M. rot.var.Bowles), Gewürzminze (M. rot.variegata), Spearmint (M. spicata) und manche mehr. Alle diese Minzen sind verschiedenartig in ihren Düften, und mit der Zeit wird man sich für eine Lieblingspflanze entscheiden.

Im Garten werden die Ausläufer im Abstand von 25 Zentimeter etwa fünf Zentimeter tief eingepflanzt. Pfefferminze liebt einen feuchten und tiefgründigen Boden und verträgt auch gut Halbschatten. Man sollte einen besonderen Platz wählen, da die Minzen stark wuchern und sich jährlich in alle Richtungen ausbreiten. Im ersten Jahr müssen die Pflanzen noch von anderen Wildkräutern befreit werden; im nächsten Jahr unterdrücken sie alle Nachbarpflanzen.

Belässt man eine Pfefferminzkultur mehrere Jahre auf einem Beet, ist eine Zurückkreuzung der Kulturform in eine wild wachsende Art zu beobachten. Dies vermeidet man, indem alle zwei bis drei Jahre ein neues Beet mit Ausläufern angelegt wird.

In der Küche finden die frischen Blätter vielerlei Verwendung. In heißen Sommern ist ein eisgekühlter Tee aus den frischen Blättern des Spearmint ein herrliches Erfrischungsgetränk; ferner eignen sich die frischen Blätter zu Salaten, Kräuterquarks und -butter, für Saucen und Fleischgerichte und zur Herstellung von Kräuteressig.

Bekanntes Magenmittel

Zu Heilzwecken werden nur die Blätter der echten Pfefferminze benutzt, da die anderen Minzen geringere Mengen an wirksamen Substanzen aufweisen. Die Erntezeit liegt im Juli/August vor der Blüte. Das ganze Kraut wird über dem Boden abgeschnitten und am luftigen, schattigen Ort getrocknet. Die getrockneten Blätter werden vom Stängel abgestreift und verschlossen aufbewahrt.

Pfefferminze ist als Magenmittel bekannt und findet bei Übelkeit, Brechreiz und anderen Magen- und Darmbeschwerden Verwendung. Säuglinge und Kleinkinder reagieren auf Pfefferminztee allerdings mit Erstickungserscheinungen, was am Mentholgehalt liegt; daher sind für Kleinkinder Fenchel und Kümmel zu bevorzugen.

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