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NWZonline.de Plus Aurich

Patenschaft soll Abholzung verhindern: Streit um jahrzehntealten Baum in Auricher Innenstadt

25.06.2022

Aurich Es gibt Streit um eine 20 bis 30 Jahre alte Goldulme in der Auricher Innenstadt, die nach Meinung von Kritikern nur deshalb gefällt wird, weil sie der Altstadtsanierung im Wege stehen könnte. Jetzt hat die Bürgerinitiative Baumschutz Aurich (BIBA) in einem bekannten Auricher Architekten einen Paten gefunden, um die Ulme erhalten zu können.

Das teilt Sprecherin BIBA-Sprecherin Cornelia Beuckenberg mit. „Die Goldulme ist gerade für den Carolinengang von großer Bedeutung, der sonst ja fast eine reine Steinwüste wäre, wo man sich sicher nicht besonders gerne aufhielte“, betont sie. Die Befürworter der Fällung halten das für „Aktionismus“, wie Ratsherr Richard Rokicki (AWG) feststellt, der auch im Ortsrat Innenstadt sitzt. Nach seinen Informationen ist die Buche krank. „Es kann nicht sein, das ein Erhalt viel Geld kostet und sie am Ende doch gefällt wird. Da habe ich kein Verständnis für“, so Rokicki. Ein vernünftiger Durchgang über die Lohne sei wichtig. 

Gutachter für Fällung

Betroffen ist ein Baum am Eingang des Carolinengangs vom Marktplatz in Richtung des Einkaufszentrums Carolinenhof (CARO). Die Auricher Politik soll am 7. Juli über das Schicksal des Baumes eine Entscheidung treffen, ein Gutachter habe bereits die „Entnahme“ empfohlen, teilt die Verwaltung in einer Vorlage für den Rat mit. Die Diskussion startet am Dienstag, 21. Juni im Ortsrat Kernstadt (19 Uhr, Ratssaal) und wird am Donnerstag, 23. Juni im Fachausschuss des Rates (17 Uhr, Ratssaal) fortgesetzt.

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Die Grünen haben bereits ihre Bedenken gegen die Fällung vorgebracht, weil die Gründe dafür nicht stichhaltig genug erscheinen. Ob der Baum wirklich krank sei oder unter die Baumschutzsatzung falle, sei noch nicht ganz geklärt, erklärte Fraktionsvorsitzende Gila Altmann, da die Goldulme zur Zeit noch mit einem Schutzzaun aus Brettern eingehegt ist. Das sei „durchaus als Anekdote“ zu verstehen: „Der Baum ist seit zwei Jahren geschützt worden, um jetzt ,entnommen’ zu werden“, moniert sie.

Versuch zur Erhaltung

Die BIBA erwartet von der Stadt, dass wenigstens der Versuch gestartet wird, den Baum zu erhalten, zumal früher bereits zwei Goldulmen im Carolinengang gefällt wurden, weil die Fußgängerzone verschwenkt werden musste. „Es wurde aktuell kein Grund für eine mögliche Fällung des Baumes genannt“, so Beuckenberg. Der Architekt, der die Patenschaft für den Baum übernehmen wolle, würde sich „besonders um das Wohlergehen und den Schutz des Baumes kümmern müssen“, so Beuckenberg. Das bedeute, dass der Bereich um die Baumscheibe gepflegt werden müsse. „Das Anbringen einer Baumscheibe mit dem Namen des Baumpaten kostet 20 Euro“, so die BIBA-Sprecherin.

Ärger gab es in der Vergangenheit bereits durch die Fällung einer 140 Jahre alten Blutbuche, die zwar erhalten wurde, später jedoch gefällt werden musste, weil ein Brandkrustenpilz den Baum im Innern ausgehöhlt hatte. Richard Rokicki (AWG) erinnert sich noch gut an die Debatte um die Blutbuche, die letztlich 20 000 Euro kostete. „Wir können für solches Geld besser woanders mehr Bäume neu pflanzen.“ Die Stadt müsse die Innenstadt attraktiv und sicher erhalten, betont Rokicki.

Reizthema

Bäume sind in Aurich zur Zeit in Reizthema, an dem sich im Rahmen der Innenstadtgestaltung heiße Debatten entzünden. 

In der Fußgängerzone ist die Verdichtung des Bodens durch Versorgungsleitungen aus vielen Jahrzehnten sehr hoch. Sie lässt eine Bepflanzung im Erdreich kaum noch zu. Spezielle Behälter wären für neue Bäume erforderlich.

Vorhandene Bäume Bäume in Betonkübeln am Eingang zum Marktplatz sollen verschwinden, weil sie auf Dauer in den Kübeln nicht existieren können und deshalb umgepflanzt werden sollen.

Mobile Pflanzkübel mit Bäumen, die von den Kaufleuten auf dem Marktplatz gewünscht werden, stehen in der Kritik. Die Stadt lehnt diese aus Platzgründen ab, weil sie dem Wochenmarkt im Weg sind und ein Rangieren der Fahrzeuge schwierig machen. Mobile, große Pflanzkübel sollen indessen im Carolinengang „weitere gliedernde Schwerpunkte im Verlauf der Lohne“ setzen. „Ihre Standorte lassen sich an unterschiedliche Aktivitäten in diesem Bereich anpassen“, heißt es in einer Beschlussvorlage für den Rat.

Eine 140 Jahre alte Blutbuche musste erst im Frühjahr 2021 gefällt werden, weil ein Brandkrustenpilz den Baum im Innern ausgehöhlt hatte. Auch hier hatte die BIBA im Vorfeld gegen die Fällung protestiert und wollte mit 10.000 Euro auch finanziell helfen, das Überleben des Baumes sichern. Später kam heraus: Die Blutbuche war nicht mehr standsicher und zu gefährlich geworden. Eine Ersatzpflanzung für den Baum ist geplant, dazu eine Spielwiese mit Sitzplätzen mitten in der Stadt. Zwei Blutbuchen wurden in den vergangenen Jahren bereits als Ersatz am Eingang der Julianenburger Straße gepflanzt.

Weitere Linden wurden vor Jahren in der Passage gefällt. Hier wollen die Grünen wissen, ein welcher Form die gefällten Bäume kompensiert wurden oder noch werden.

Die aktuell betroffene Goldulme soll laut Angabe der Verwaltung „die Sichtbeziehung in die Tiefe der Lohne“ nicht verstellen. Sie wurde „von einem Sachverständigen auf Erhaltenswürdigkeit untersucht. Das Gutachten schlägt eine Entnahme der Gold-Ulme und eine Pflanzung eines adäquaten Ersatzbaumes vor“, heißt es weiter.

Die Grünen wollen jetzt auch wissen, auf welcher Grundlage die nicht mehr gegebene „Erhaltungswürdigkeit“ der Goldulme festgestellt wurde, ob der Baum krank und die Verkehrssicherheit nicht mehr gegeben ist oder eventuell anderen Plänen im Weg steht. Gegebenenfalls werde Akten-Einsicht beantragt.

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