Emden - Wenn schon das Schlemmer-Spektakel „Emden à la carte“ noch nicht wieder mit am Start sein kann, dann soll es zumindest „Kulturköstlichkeiten“ geben. Das jedenfalls ist am Samstag, 13. August, das Motto der 18. Emder Museumsnacht. „Kulinarisch können wir das nicht ersetzen, aber wir fangen es ein bisschen auf“, sagte Ilse Frerichs vom Landesmuseum bei der Programmvorstellung der sieben teilnehmenden Häuser und Schiffe, „Kultur schmeckt auch gut!“

Vor allem, wenn diese nach zweijähriger Corona-Pause endlich wieder an einem lauen Sommerabend außerhalb der normalen Öffnungszeiten präsentiert wird – mit Dämmerlicht, Programm und Musik. Und das bringt offenbar nicht nur Touristen auf die Beine. „Auch viele Emder ziehen dann von Museum zu Museum“, sagte Gregor Strelow vom Verein „1820 die Kunst“. Und von Schiff zu Schiff. „Sonst besuchen uns meist nur Touristen“, berichtete Bertram Meyer von der „Breusing“. Solche Anlässe aber holten oft sogar noch manchen ehrenamtlichen Neuzugang an Bord.

Dass sich Leute „über die Museumsschwelle wagen“, die das sonst nicht tun, wünscht sich Lena Waldmann von den Jungen Freunden der Kunsthalle. Zusammen mit Marike Schmidt hat sie dort ein Programm zusammengestellt, das auch für junge Familien tauglich ist und daher schon früher am Tag beginnt.

In der Kunsthalle wird aufgefahren: ab 11 Uhr gibt es eine Limonaden- und Cocktail-Bar im Atrium – 12 bis 21 Uhr Führungen durch die Ausstellung „Mythos Wald“ von der Meditation („Kunstbaden“) bis zur Direktorinnen-Führung – 13 bis 17 Uhr Selbstgemacht-Markt und Kreativ-Zelt – 14 bis 16 Uhr Märchen-Leselounge für Kinder – ab 19 Uhr Live-Musik im Stundentakt mit Elephants & Flowers (Leer), the new accelerators (Aurich), North West (Leer), Janosh (Emden) und Vom Grambusch (Bremen) sowie Aftershow-Party im Einstein. Programm: bis 1 Uhr. Eintritt: neun Euro.

Der Rettungskreuzer „Georg Breusing“ will über die Toppen flaggen, mit Festbeleuchtung glänzen, die Maschine anwerfen und Tochterboot „Engelke“ zu Wasser lassen. An Bord laufen Filme zur Seenotrettung. Es gibt einen Büchertisch mit dem „Seenotretter-Kochbuch“ der Emderin Silke Arends. Geöffnet von 18 bis 23 Uhr. Eintritt: Erwachsene drei Euro, Kinder ein Euro, Familien (bis vier Kinder): sechs Euro.

Der Logger „AE 7 Stadt Emden“ bietet Führungen (Mannschaftsräume, Kapitänskajüte) und zeigt die Entwicklung des Heringsfangs. An Deck gibt es Sitzmöglichkeiten und Getränke. 18 bis 22 Uhr. Eintritt frei.

Das Feuerschiff „Amrumbank/Deutsche Bucht“ bietet Führungen an und selbst gefertigte Geschenkartikel aus dem alten Plankenholz des Schiffs. Das Restaurant hat geöffnet. 18 bis 23 Uhr. Eintritt: Erwachsene drei Euro, Kinder ein Euro.

Die Freunde der Seefahrt zeigen in ihrem Maritimen Museum 100 Jahre Emder Seefahrtsgeschichte und dazu Filme im neu hergerichteten Vorführraum. „Und eine Tasse Tee gibt es bei uns immer dazu“, sagt Ernst Richter. 17 bis 22 Uhr. Eintritt frei.

Bei der Naturforschenden Gesellschaft in der Grasstraße gibt es Führungen zur Physik (stündlich) und zur Ausstellung der Aquarien- und Terrarienfreunde (ständig), physikalische Experimente mit Vortrag zu Einstein und Co. und eine Ausstellung zum Thema Kommunikation. 18 bis 0 Uhr. Eintritt frei.

Beim Landesmuseum können in der Kinderwerkstatt (bis 20 Uhr) Friesenkiesel bemalt und beim Magnet-Angelspiel kleine Preise abgeräumt werden. „1820 die Kunst“, deren 200-Jahr-Feier wegen Corona ausfiel, spendiert die Band „Firefly“ (ab 20 Uhr). Ab 21 Uhr steht die Feuerschale für Stockbrot bereit. Im Museum starten zwischen 19 und 23 Uhr Kurzführungen zu verschiedenen Themen (um 20 Uhr auch zur Amtskette des OB). Der Kunst-Laden bietet ostfriesische Kochbücher an, das Restaurant Goldener Adler „Live-Nahrung“. Julia Lüder vom Stadtmarketing freut es, dass mit dem „Sesam“ und seinen Weinen auch noch „ein bisschen Verbindung zum Handel“ entstanden ist. 18 bis 1 Uhr. Eintritt frei.

Gaby Wolf
Gaby Wolf Emder Zeitung