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32. Internationales Filmfest Emden-Norderney Zum Auftakt gleich eine Liebeserklärung

Gespannte Vorfreude und volle Reihen: Blick ins CineStar 1 kurz vor Eröffnung des 32. Emder Filmfestes.

Gespannte Vorfreude und volle Reihen: Blick ins CineStar 1 kurz vor Eröffnung des 32. Emder Filmfestes.

Hauke Dittrich

Emden - Diese Liebeserklärung kam für Rolf Eckard gänzlich unerwartet. Entgegen aller Absprachen hatte Filmfest-Geschäftsführerin Nora Dreyer ihren „Partner in Crime“ am Mittwochabend bei der Festivaleröffnung im CineStar1 auf die Bühne geholt, um dem Filmfest-Begründer bei dessen letzter Mission als Leiter Danke zu sagen. „Du warst all die Jahre immer die entscheidende Schlüsselfigur“, würdigte sie Eckards 32-jähriges Wirken, betonte aber, dass dieses mit der aktiven Zeit nicht enden soll. „Du wirst weiter an unserer Seite stehen.“

Von den Socken

Eckard, der sich schrittweise in die zweite Reihe der Festivalleitung begeben hatte, war darüber sichtlich von den Socken. „Es ist wirklich nichts abgesprochen, ich weiß gar nicht, was ich sagen soll“, beteuerte er, blickte kurz auf Nora Dreyers Manuskript auf dem Redepult und schob etwas ratlos nach: „Hier steht auch nur: Rolf – Doppelpunkt.“ Sehr zur Heiterkeit des Saals. Aber der Routinier fand natürlich trotzdem noch passende Worte. Und die nutzte er, um seinerseits Dank zu sagen: „Das Filmfest wäre nichts ohne sein Publikum, nichts ohne die Unterstützung in der gesamten Stadt, nichts ohne all die Helfer.“ Nur so sei in einer „relativ kleinen Stadt“ ein Filmfestival möglich geworden, das in Deutschland heute unter den Top Ten sei und vielen Gästen als besonders familiär und „eben anders“ in Erinnerung bleibe.

Dass es in Emden tatsächlich eine Spur lockerer zugeht, bewies neben Moderatorin Jenni Zylka mit gewohnt schlagfertig-frechem Witz auch Oberbürgermeister Tim Kruithoff, der eine gekonnte Louis-de-Funès-Parodie („Nein! Doch! Oooah!“) hinlegte und bei Traurigkeit das Gucken trauriger Filme empfahl („Das kompensiert“).

Gleichzeitig betonte er angesichts der aktuellen Weltlage, wie wichtig gute Filme seien. „Sie helfen uns, die Welt mit anderen Augen zu sehen und anderen eine Stimme zu geben – wir brauchen sie für ein offenes und tolerantes Miteinander, denn sie bauen Brücken, wo andere Mauern errichten.“

Land fördert weiter

Dass auch Corona Spuren hinterlassen hat, darauf wies Thomas Schaeffer, Geschäftsführer der Nordmedia Film- und Mediengesellschaft Niedersachsen/Bremen, hin. Gerade die Programmkinos abseits des Blockbuster-Mainstreams hätten noch nicht wieder die Besucherzahlen wie vor der Pandemie und mit dem Sommer und der Fußball-WM seien weitere Durststrecken zu überwinden. Auch würden die großen Konzerne ihre Filme immer mehr auf die Streaming-Dienste zuschneiden. „Festivals wie dieses hier sind daher der Motor, um Aufmerksamkeit auf die besonderen Filme zu lenken.“ Umso mehr müsse auch das Emder Festival in seiner Einzigartigkeit unbedingt erhalten bleiben. „Klar ist: Wir werden es weiter fördern“, bekräftigte Schaeffer unter Applaus.

„Wie im echten Leben“

Viel Beifall gab es auch für den Eröffnungsfilm „Wie im echten Leben“ von Regisseur Emmanuel Carrière, der mit einer fein abstimmten Mischung aus Anspruch, Respekt und Humor die prekären Arbeitsverhältnisse von Reinigungskräften einer Zeitarbeitsfirma aufzeigte.

Zuschauerin Rosi Vogel, die mit Ehemann Norbert Schroeren und den extra aus Mönchengladbach angereisten Freunden Rüdiger und Beate Vogel auf den letzten Drücker noch zu Plätzen in der ersten Reihe gekommen war, fasste das Erlebnis so zusammen: „Berührend, deprimierend, aufheiternd – alles zugleich und einfach toll!“

Gaby Wolf
Gaby Wolf Emder Zeitung
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