Emden - Ein bisschen sah es nach Ostereier-Suchen aus, was da am Montagnachmittag vor der Kindertagesstätte Schwabenstraße zu beobachten war. Neun mit Schaufeln ausgerüstete Mädchen und Jungen im Alter zwischen vier und sechs Jahren stromerten über den Rasen – auf der Suche nach jenen Pflanzlöchern, die andere Kita-Kinder am Vormittag ausgehoben und mit Blumenzwiebeln gefüllt hatten. Die Aufgabe der Nachmittagsgärtner: das Werk mit „tüchtig Erde drauf“ zu vollenden und damit den Auftakt für die Aktion „Emden blüht“ offiziell zu machen.
Kurz, bevor es losging: Jannes Utecht (BEE), Oliver van Grieken und Wilma Wermuth (Fachdienst Gemeinwesen), Erzieherin Erika Wehuis, die stellvertretende Kita-Leiterin Doris Linkert und OB Tim Kruithoff mit einem Teil der Nachwuchsgärtner von der Schwabenstraße. BILD: Gaby Wolf
Denn das Ganze geht in dieser Woche noch weiter. Bis Freitag, 16. Oktober, werden 18 Emder Schulen und 29 Kitas insgesamt rund 40 000 Zwiebeln auf ihrem Gelände gesetzt haben, damit im kommenden Frühjahr Krokusse, Winterlinge und Schneeglöckchen die Stadt bunter und schöner machen. Gleichzeitig leisten die Gewächse mit ihrem frühen Insektenfutterangebot einen wichtigen Beitrag für Artenvielfalt und Umweltschutz. Aber auch das ist noch nicht alles.
Aktion als Vorhut
„Emden blüht“ ist die Vorhut für eine noch größere Gemeinschaftsaktion im März: „Emden macht“. „Hintergrund ist, dass die Aktion Saubere Stadt jetzt zwei Jahre lang nicht stattgefunden hat“, sagte Oberbürgermeister Tim Kruithoff am Montag vor Ort. Aber einen Neustart für den Frühjahrsputz nach Schema F möchte er nicht. „Die Aktion muss auf breitere Füße gestellt werden, denn es kann nicht sein, dass das nicht-soziale Verhalten einiger Mitbürger jedes Jahr aufs Neue durch ehrenamtliches Engagement einfach nur kompensiert wird.“ Stattdessen soll eine große Freiwilligen-Aktion das gesellschaftliche Miteinander fördern.
Wenn die Blumen im nächsten März blühen, sollen sie praktisch schon sichtbar machen, wie viel Schönes aus gemeinsamem Engagement entstehen kann.
Gute Zusammenarbeit
Denn schon bei der Vorbereitung griffen diverse Puzzleteile ineinander: BEE-Grünflächen-Abteilungsleiter Jannes Utecht besorgte die Frühblüher-Zwiebeln, 800 für jede Einrichtung. Oliver van Grieken und Wilma Wermuth vom Fachdienst Gemeinwesen holten über Kollegin Heidemarie Heyer die Stoffretter von Barenburg ins Boot. Diese nähten blumige Transportbeutel für die Verteilung. Was Kruithoff aber ganz besonders freute: Bis auf eine Kita, deren Kinder noch zu jung für die Aktion waren, hätten alle der von ihm angeschriebenen Einrichtungen gesagt „Wir sind dabei.“
