Emden - Fast zehn Monate lang haben bunte Kinderbilder die Ladenfenster in der Brückstraße verschönert und die kleine Fußgängerzone hinter dem Rathausbogen in eine Galerie der blau-gelben Friedenswünsche verwandelt. Jetzt hat die Malaktion „Kinder malen für die Ukraine und den Frieden“ ihren krönenden Abschluss gefunden – mit einer Scheckübergabe kurz vor Weihnachten an den Förderverein des Kommunalen Präventionsrates. Denn mit dem kreativen Teil war auch eine Spendensammlung zugunsten von ukrainischen Flüchtlingen in Emden verknüpft.
Aufgerundet
Exakt 931,50 Euro hatten die Kunden und Besucher der 18 teilnehmenden Geschäfte und Einrichtungen am Ende in die aufgestellten Spendendosen gesteckt. Die Geschäftsleute in der Brückstraße zogen den Betrag auf 1000 Euro glatt.
Den symbolischen Scheck übergab Gerhard Teerling (Modehaus im Karree) vom Vorstand der Werbegemeinschaft „Rathaus-Karree“ am Dienstag nun gemeinsam mit den Initiatoren Constantin und Natalie Weiffen von der Fresena Galerie sowie weiteren Vertretern aus der Brückstraße an Hans-Jürgen Wehmhörner.
„Wir leiten das Geld an den Präventionsrat weiter, der gucken wird, wo der Unterstützungsbedarf gerade am größten ist“, sagte der Fördervereinsvorsitzende. „Vielleicht kann es ja bei der Eingliederung der ukrainischen Kinder in den Schulen helfen“, regte Constantin Weiffen an.
Er hatte die Malaktion gemeinsam mit seiner aus Belarus stammenden Ehefrau im Frühjahr angeschoben. Zum einen sollten die Emder Kinder so eine Möglichkeit bekommen, den schrecklichen Bildern vom russischen Angriffskrieg etwas Hoffnungsvolles entgegenzusetzen. Zum anderen sollte auch etwas Gutes für die hierher geflüchteten ukrainischen Kinder daraus entstehen. Im Gegenzug für ihre Spende konnten die Kunden nämlich eines der Bilder aus der Ausstellung und einen Friedens-Button mitnehmen.
Alle im Karree dabei
„Eine tolle Idee“, sagte Teerling, „und alle im Rathaus-Karree haben gleich mitgemacht.“ So auch Sabine Kreutz vom Fair-Laden „Piqué“. Ihre Kunden allerdings verfuhren eher nach dem Motto: „Lass die schönen Bilder doch hängen, wir spenden auch so“. Wieder andere hätten ihren Einkauf beim Bezahlen extra „ein bisschen aufgepumpt“, erzählte sie.
Auch in den anderen Läden sind Bilder übrig geblieben. „Die sollen aber nicht in der Schublade verschwinden“, versicherte Natalie Weiffen. „Vielleicht bekommen sie beim Landesmuseum einen würdigen Platz“, hofft Teerling. Denn auch die Abteilung Museumspädagogik hatte sich an der Schaufenster-Benefiz-Galerie beteiligt – ebenso wie der CVJM, das Lüttje Knippke, der Orient-Markt, das Restaurant El Rancho, Royal Donuts, Dat Mundjevull, die Allgemeine & Soziale Nachbarschaftshilfe, die Bücherstube am Rathaus, die Jute Seele, Hussel, Kosmetik Sylvia Kleen, Gutschalk Immobilien, das Hapag-Lloyd Reisebüro und das Sesam.
Und so viel ist auch schon mal klar: Es wird nicht die letzte Aktion der Brückstraßen-Gemeinschaft für eine gute Sache gewesen sein. „Im Januar sortieren wir neue Ideen“, kündigte Teerling an.
