Emden - Jetzt ist umgesetzt, was vor knapp einem Jahr angesichts der Schließung der Geburtenstation im Emder Klinikum schon angekündigt worden war: Sowohl die Initiative „Offene Hebammensprechstunde“ als auch das „Familien-Netz“ sind mit in die „Villa am Ring“ zwischen Verwaltung und Große Kirche gezogen. Damit findet sich zu den dort schon bestehenden Angeboten alles zum Thema rund um Geburt unter einem Dach. „Wir haben den ganzen Bereich zu den Frühen Hilfen zusammengezogen, als klar wurde, dass die Geburtenstation im Klinikum schließen würde“, sagte der Fachbereichsleiter für Jugend, Schule und Sport, Thomas Sprengelmeyer, am Rande der vergangenen Ausschusssitzung gegenüber dieser Zeitung.
Offene Hebammensprechstunde
Pünktlich zum vierjährigen Bestehen der Initiative, die von freiberuflichen Hebammen wie Gesine Agena und Brita Schallock zunächst als Verein gegründet worden war, zieht die Offene Hebammensprechstunde damit von der Brückstraße in die Villa am Ring. Schon vorher wurde die Initiative von der Stadt unterstützt, „weil sie eine Lücke in der Hebammenversorgung schließt und auch kleinere Untersuchungen durchgeführt werden können“, sagte Sprengelmeyer. Jetzt ist sie in das Netzwerk Frühe Hilfen aufgenommen, wie es auch ursprünglich von Gesine Agena angestrebt war. Die Hebammen rechnen geburtsspezifische Untersuchungen weiterhin mit den Krankenkassen ab. Für die Schwangeren ist die Unterstützung kostenlos.
Aktuell kümmern sich die freiberuflichen Hebammen Anja Mertens, Katrin Reemts, Irmgard Fricke, Alice Griggel und Kathrin Klein um Schwangere und frisch gebackene Eltern weit über eine Klinikanbindung hinaus. Tatsächlich war die Initiative angetreten, um als zentrale Anlaufstelle werdende Mütter zu unterstützen, die aufgrund des allgemeinen Hebammenmangels keine Hilfe gefunden haben oder sonst vielleicht gar nicht diese wichtige Hilfe in Anspruch nehmen würden.
Das Angebot soll auch in der „Villa“ in der gewohnten Form erhalten bleiben: dienstags von 9.30 bis 11.30 offene Sprechstunde, dazu Telefonsprechstunden montags von 9.30 bis 11.30 und donnerstags von 15 bis 17 Uhr sowie eine Vertretungssprechstunde samstags von 10.30 bis 12.30 Uhr. Es gibt allerdings eine neue Telefonnummer: 0151-29130866.
In die „Villa am Ring“ umgezogen ist auch das Familien-Netz, das zuvor unter der Trägerschaft des Klinikums lief. Das unterstützt, begleitet und berät Schwangere, Eltern und Familien mit Kindern bis zu sechs Jahren in schwierigen sozialen und psychosozialen Situationen. In Ausnahmefällen berät das Familiennetz auch bis zu dem 18. Lebensjahr des Kindes.
An wen richten sich die Angebote?
Das Angebot ist freiwillig und kostenlos. Elke Bents (871747) und Heidrun Hillers (871748) als speziell ausgebildete Familien-Gesundheits-Kinderkrankenpflegerinnen kommen auf Wunsch und nach Terminvereinbarung nach Hause.
Die Angebote der Frühen Hilfen/Frühen Chancen richten sich mit ihrem besonderen Profil an Eltern mit kleinen Kindern. Sie stehen allen Familien offen, sind in der Regel kostenlos und können ohne Antragstellung in Anspruch genommen werden. Die Träger, die Angebote im Bereich der Frühen Hilfen/ Frühen Chancen vorhalten, sind untereinander vernetzt und arbeiten gemeinsam im kommunalen Netzwerk Frühe Chancen für Familien.
„Unter einem Dach fällt das Arbeiten generell leichter“, sagte Fachbereichsleiter Sprengelmeyer in Bezug auf die beiden neuen „Mitbewohner“ der Villa. Durch professionelle Beratung, Austausch, Interaktion und Anleitung sollen Elternkompetenzen gestärkt werden, um das gesunde Aufwachsen von Kindern zu fördern und deren Lern- und Lebensbedingungen nachhaltig zu verbessern.
Koordiniert werden alle Angebote in der „Villa“ von Maren Beitzel.
