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Obersielrichter mahnt vor Folgen des Klimawandels Entwässerungsverband will deutlich mehr Geld

Erzeugt mit der Windkraftanlage im Hintergrund gut zwei Drittel der benötigten Energie für die Pumpen an der Knock: Obersielrichter Reinhard Behrends.

Erzeugt mit der Windkraftanlage im Hintergrund gut zwei Drittel der benötigten Energie für die Pumpen an der Knock: Obersielrichter Reinhard Behrends.

Saathoff

Emden/Krummhörn - Es ist nicht der russische Überfall auf die Ukraine, nicht die Energiekrise und auch nicht die zweistelligen Inflationsraten: Die große Herausforderung für die Menschheit ist der Klimawandel, findet Reinhard Behrends, und genau dieser Herausforderung will der frisch wiedergewählte Obersielrichter begegnen. Dafür braucht er Geld, und genau daran hapere es noch. „Da muss die Politik endlich mehr tun“, appellierte Behrends nun auf der jüngsten Vorstands- und Ausschusssitzung im Siel- und Schöpfwerk Knock des Ersten Entwässerungsverbands Emden. Es ist nicht das erste Mal, dass Behrends vor den Folgen des Klimawandels mahnt.

Gute 60 Millionen für Binnen-Entwässerung in Niedersachsen

Aktuell stelle das Land für die Binnen-Entwässerung des gesamten Küstenstreifens jährlich eine Summe von gut 60 Millionen Euro zu Verfügung, die auf die einzelnen Entwässerungsverbände aufgeteilt werde. Wie viel davon auf den Bereich des Emder Entwässerungsverbands entfalle, kann Behrends nicht generell sagen. Die Summen variieren. Klar aber sei: Es ist zu wenig. Behrends stellt sich deutlich mehr Geld vor, um Pumpen, Schöpfwerke und Co. nicht nur auf Vordermann zu bringen, sondern auch so weit aufzurüsten, dass sie gegen durch den Klimawandel steigende Regenfälle gerüstet seien. Ihm schwebt eine Summe von 200 Millionen Euro vor.

200 Millionen Euro standen in Aussicht

Es ist die Summe, die Vertreter des Landes im vergangenen Jahr selber gefordert hatten. Nach der Flut des Ahrtals und mit den Bildern der Katastrophe vor Augen. Gefolgt ist den hehren Worten allerdings nichts Zählbares. Die jährliche Summe blieb gleich „und die 200 Millionen Euro sind Geschichte“. Dabei wäre es jetzt an der Zeit, das Geld zu investieren. Die Vorarbeiten seien gemacht, Wissenschaftler und Entwässerungsverband hätten ihre Ideen entwickelt. Ein Generalplan existiere. Die Umsetzung werde aber mangels Finanzkraft nicht angegangen. „Da stehen wir noch ganz am Anfang.“

Behrends ärgert das. Weil Beispiele wie der Überfall auf die Ukraine oder die Energie- samt Inflationskrise gezeigt hätten, wie schnell der Staat hunderte Milliarden Euro zur Verfügung stellen könne. Wenn er denn will. Für das Großthema Klimawandel und die Facette Binnen-Entwässerung an der Nordsee scheine dieser Willen aber zu fehlen.

Regenmengen konstant geblieben

Bisher, das verdeutlichten Behrends Zahlen allerdings auch, erzeugen die hiesigen Niederschlagsmengen auch keine Dringlichkeit. Denn 2022 sei „ein völlig normales Jahr“ gewesen wie die Niederschlagsmessungen zeigten. Am Schöpfwerk in Greetsiel wurden in diesem Jahr 672,6 Millimeter gemessen, im Vorjahr waren es noch 518,2. Im Gegenzug waren es in Pewsum dieses Jahr etwas weniger als noch 2021. Einzig der Februar 2022 scherte aus. Da vervierfachten sich durch tagelangem Dauerregen die Niederschlagsmengen gegenüber dem Vorjahr. „Ich mag mir nicht vorstellen, was da bei einem richtigen Starkregenereignis hätte passieren können“, mahnte der Obersielrichter. Unberechtigt sind seine Mahnungen wohl nicht.

Peter Saathoff
Peter Saathoff Emder Zeitung
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