Emden - Sind in Emden die Busse für den Schülertransport in Corona-Zeiten zu voll? Nach der Weser-Ems-Busverkehr GmbH, die Schüler vom Emder Schulen – speziell des Johannes-Althusius-Gymnasiums – aus dem Landkreis Aurich befördert, will das nun auch der Stadtverkehr Emden für seine Busse überprüfen. Zwar liegen nach Aussage von Christa Frerichs am Mittwoch im Schulausschuss aktuell keine Beschwerden über zu volle Emder Busse vor. Angesichts anderer Beobachtungen von Ausschussmitgliedern, signalisierte sie für die Stadtwerke-Tochter aber Bereitschaft zum Nachsteuern, wo es nötig und möglich ist.
Vier Busse mit Anhänger unterstützen Verkehr
Derzeit, so stellte Frerichs dar, fahren zurzeit sämtliche Busse nach dem Normalfahrplan. Die Schulfahrten seien also in den normalen Busverkehr integriert, würden aber durch vier Züge (Bus plus Anhänger) unterstützt. „Diese werden flexibel für eine bessere Verteilung eingesetzt“, erläuterte sie. Die Fahrgäste würden per Durchsage aktiv aufgefordert, die gesamte Länge zu nutzen. Im Moment werde mit 65 bis 70 Personen pro Bus geplant. „Wir haben ein Augenmerk auf die Fahrgastentwicklung“, betonte sie. „Wir reagieren, wo Bedarf entsteht und Ressourcen verfügbar sind, und stehen im ständigen Dialog mit der Schulverwaltung.“
Dass sich aber nicht nur JAG-Schüler in Weser-Ems-Bussen unwohl fühlen (dort äußerten in einer Schulumfrage 93 Prozent Angst wegen fehlender Abstände), berichteten Lehrerin Katja Lechner aus Wybelsum, Stadtelternratsvorsitzende Zerrin Mentjes und Schülervertreter Malte Kröger-Vodde. Lechner gab Schülersorgen wegen der Anhänger weiter. Diese sollen auch schon mal verschlossen geblieben sein, obwohl es vorne schon eng wurde. Auch aus Sicht von Mentjes stimmen Theorie und Praxis nicht ganz überein: „In Borssum wurden Kinder stehengelassen, weil Busse zu voll waren.“ JAG-Schüler Kröger-Vodde aus Borssum hat zwar noch nicht erlebt, dass Anhänger geschlossen blieben. „Aber es wird im Gang gestanden, weil alle Plätze belegt sind oder man sich nicht traut, sich neben jemanden zu setzen“, schilderte er. „Aus Sicht der Schüler sind die Busse für Coronazeiten zu voll.“
Stadt will beim Thema am Ball bleiben
Stadtrat Volker Grendel gab zu bedenken, dass es nicht immer alles kalkulierbar ist – etwa bei einem früheren oder gleichzeitigen Schulschluss vieler Klassen. „Aber wir werden uns bemühen, die Lage zusammen mit Frau Frerichs noch genauer zu eruieren.“ Auch beim Weser-Ems-Bus will die Stadt dranbleiben, versicherte Fachdienstleiter Michael Groeneveld gegenüber dem JAG-Elternratsvorsitzenden Jochen Szameit. Dieser hatte auf Einladung der FDP in der Einwohnerfragestunde nachgehakt, was angesichts der Umfrageergebnisse unternommen wird. Groeneveld: „Wir sind im Austausch mit dem Landkreis und Stadtelternrat und haben Kontakte hergestellt – wir bleiben am Ball, dass auch dort die Situation verbessert wird.“
