Emden - Das Veterinäramt Aurich ermittelt, unterstützt von der Polizei, in einem mutmaßlichen Fall von Tierquälerei in Emden. Es geht dabei um einen Hund in einem Mehrfamilienhaus der Siedlung auf dem ehemaligen Kasernengelände in Barenburg.
Anwohner hatten sich an die Polizei gewandt, weil das Tier offenbar ständig allein auf dem Balkon der Wohnung von seinem Halter ausgesperrt lebt. In verschiedenen Beiträgen in den sozialen Medien heißt es außerdem, der Hund werde geschlagen. Das soll in einer Audioaufnahme dokumentiert sein.
Ermittlungen laufen
Die Polizei hat zwischenzeitlich die Ermittlungen aufgenommen, bestätigte Svenia Temmen, Sprecherin der Polizeiinspektion Leer/Emden, auf Anfrage dieser Redaktion. „Wir sind da dran.“ Andererseits räumte sie ein, dass Tierhaltung nicht in die „originäre Zuständigkeit“ der Polizei falle, es sei denn, die Gefahrenlage sei besonders hoch. Das Ganze liegt nunmehr beim Veterinäramt in Aurich. Und das bereits seit Anfang August, wie Landkreissprecher Rainer Müller-Gummels auf Nachfrage bestätigte. Vor gut drei Wochen hatte sich das Veterinäramt in Barenburg „einen Eindruck verschafft“.
Veterinäramt entscheidet
Danach gefragt, welches Ergebnis der Ortstermin ergeben habe, sagte der Sprecher: „Eindrücke müssen nicht immer deckungsgleich sein.“ Man habe hinsichtlich des Haltungs- und Pflegezustandes des Mischlingshundes nichts Negatives festgestellt. Müller-Gummels kündigte allerdings an: „Es wird kurzfristig einen weiteren Termin vor Ort geben.“ Zu weiteren Details wollte er sich nicht äußern.
Obwohl letztlich nicht primär zuständig, waren Polizeibeamte zuletzt am vergangenen Sonntag in Barenburg, um sich dort ein Bild von der Situation zu machen. Den Hund einfach mitnehmen dürfe die Polizei nicht, betonte Svenia Temmen. „Wir können nicht etwas beschlagnahmen, wenn die Hintergründe nicht geklärt sind“, sagte sie zur Erläuterung. Dieser Umstand treffe nicht unbedingt auf Verständnis bei jedem, räumte sie ein. Was in solchen Fällen geschieht, werde vom zuständigen Veterinäramt entschieden.
Informiert wurde Montagnachmittag auch das Emder Tierheim. Dessen stellvertretende Leiterin Yvonne Meyer bestätigte, dass es deswegen bereits mehrere Telefonate gab. „Wir haben aber kein Zugriffsrecht.“
