Aurich - Zu einem historischen Vortrag über Ödlandkultivierung und Torfabbau in Nordwestdeutschland im 19. und frühen 20. Jahrhundert wird am Montag, 23. Januar, um 19.30 Uhr ins Landschaftsforum der Ostfriesischen Landschaft am Georgswall 1, Aurich eingeladen.
Er findet im Rahmen der Veranstaltungsreihe „Landeskundliche Vorträge zur Geschichte Ostfrieslands“ statt und wird gemeinsam von der Landschaftsbibliothek und dem Niedersächsischen Landesarchiv – Abteilung Aurich organisiert. Michael Haverkamp vom Emsland Moormuseum verschafft einen Überblick über die Entwicklung bis hin zur Etablierung eines niedersächsischen Moorschutzprogramms im Jahr 1981.
Die Nutzung der nordwestdeutschen Moore, ob industriell oder im Rahmen der Ödlandkultivierung, erlebte erst ab den 1880er Jahren den Aufschwung, der ein nennenswertes wirtschaftliches Potenzial entfaltete. Getragen wurde dieser Anstieg von der hohen Nachfrage nach Weißtorfproduktion für die im Industriezeitalter stark wachsenden Städte sowie der Notwendigkeit, landwirtschaftliche Nutzflächen auszudehnen, um die wachsende städtische Bevölkerung mit Nahrungsmitteln zu versorgen. Schwarztorfe als Brennstoff hatten zu diesem Zeitpunkt der Geschichte keine überregionale wirtschaftliche Relevanz. Dabei unternahm die preußische Regierung spätestens ab 1866 erhebliche administrative Anstrengungen, um die wirtschaftliche Nutzung der landeseigenen Moore zu forcieren und zu steuern. Neben der Ödlandkultivierung auf Hochmoor standen auch die Verbesserung des Torfabbaus, die Torfweiterverarbeitung und die Produktentwicklung sehr intensiv im Fokus von Forschung und Industrie. Das 20. Jahrhundert brachte schließlich die Etablierung von Torf im Erwerbsgartenbau, was den Torfabbau in Deutschland noch einmal stark forcierte.
Der Vortrag bietet einen Überblick über diese Entwicklung bis zur Etablierung eines Niedersächsischen Moorschutzprogramms von 1981/1986.
Der Eintritt beträgt 5 Euro. Weitere Auskünfte erhalten Sie unter Tel. 04941 – 179939.
