Emden - Die Stadtverwaltung wäre gern schneller bei der Digitalisierung der Schulen. Doch ohne entsprechende Personalstärke geht es angesichts der höchst unterschiedlichen Startvoraussetzungen – sprich: bisherigen technischen Ausstattung – eben nur mühsam Schritt für Schritt voran. Das ist am Mittwoch jetzt noch einmal bei dem Überblick deutlich geworden, den der IT-Beauftragte Sven Häwel (Medienzentrum) im Schulausschuss gegeben hat. Und gerade ist noch eine neue Hürde entstanden. Denn eine der beiden neue Stellen für die Systemadministration und den weiteren Support an den Schulen ist schon wieder vakant.
Erneute Ausschreibung
„Einer hat zurückgezogen“, bedauerte Häwel. „Und es ist schwierig, Leute zu finden.“ Eigentlich hatte der erste Administrator am 1. September, der zweite am 10. Oktober beginnen sollen. Geschaffen wurden die auf zwei Jahre befristeten Stellen, die für Entlastung und zumindest etwas Beschleunigung sorgen sollten, mit 100 Prozent Förderung aus einem Sonderprogramm des bundesweiten Digitalpaktes. „Wir versuchen jetzt, die zweite Stelle noch mal auszuschreiben“, ergänzte der Leiter des Fachdienstes Schule und Sport, Michael Groeneveld.
Trotz der unerwarteten Vakanz ist inzwischen damit begonnen worden, den Support (Unterstützung und Wartung der Netzwerke, Systeme und Geräte) in den Schulen einzuführen, wie Häwel signalisierte. Zudem stehe das Thema Pädagogik im Fokus. „Medienpädagogen werden künftig besonders benötigt, nicht nur in den Schulen“, prophezeite der IT-Beauftragte. „Wir sind daher dabei, ein Netzwerk digitale Bildung für Emden mit verschiedenen Akteuren ins Leben zu rufen.“ Arbeitstitel: „Wabe – Wandel aktiv begleiten“.
In den Schulen wiederum sei jetzt fast überall eine einheitliche Netzwerkhardware verbaut. In den BBS II erfolge die Ausstattung seit den Sommerferien, was sich angesichts der weit verzweigten Infrastruktur aber hinziehe. Die Umstellung der BBS I folge voraussichtlich in den Herbstferien.
Ziele bis 2030
Als ein Ziel bis 2030 nannte Häwel die fortlaufende zeitgemäße und einheitliche Ausstattung aller Schulen. Einzurechnen sei auch der zunehmende Bedarf an Wartung und Support, wenn jeder Schüler ein Endgerät zur Verfügung hat und in jedem Unterrichtsraum ein digitales Präsentationssystem installiert ist. „Und wir müssen Bildung größer denken“, kam er auf den Wabe-Ansatz zurück. Das bedeute den Aufbau pädagogischer Netzwerke, Austausch zwischen Bildungseinrichtungen (Kita bis Ausbildung) und Schulung der Fachkräfte, damit auch sie fit fürs digitale Arbeiten sind. SPD-Ratsfrau Sabine Noetzel bot als BBS-I-Schulleiterin schon mal Mithilfe an: „An den Berufsbildenden Schulen haben wir ein immenses Fortbildungsbudget, das kriegen wir hin.“
Kämmerer und Erster Stadtrat Horst Jahnke bat mit Blick auf die anstehenden Klausurtagungen zum Haushalt darum, zu bedenken, dass die Digitalpakt-Förderung durch den Bund endlich ist und dann die Kommune den Support bezahlen muss: „Daher muss der Rat gucken, wo die Prioritäten liegen.“
Vom Lehrervertreter im Ausschuss, Eike Höcker von der Grund- und Oberschule Wybelsum, gab es zum Schluss ein dickes Lob für die bisherige Arbeit von Häwel und Co.: „Im Vergleich zu vor fünf, sechs Jahren, wo wir an unserer Schule digital bei Null standen, sind wir weit gekommen - wir haben W-Lan, iPad-Koffer und das Gefühl, dass es vorangeht.“
