Emden - Zwei Grundstücke im neuen Baugebiet Conrebbersweg sind definitiv verkauft. Für etwa 50 der insgesamt 120 Grundstücke im ersten Bauabschnitt gibt es Reservierungen – und die Interessentenliste umfasst noch einmal 150 mögliche Bauwillige. „Ich bin doch recht zuversichtlich, dass das Baugebiet gut angenommen wird“, sagte Emdens Oberbürgermeister Tim Kruithoff auf Anfrage dieser Redaktion.
Trotz steigender Bauzinsen und Baupreise sei die Nachfrage noch gut. „Wir wissen allerdings nicht, wie sich die Preisentwicklung weiter auswirkt, deshalb denken wir auch daran, einige Bauplätze in Reihenhausbebauung umzuplanen, statt der klassischen Einfamilienvariante“, sagte Kruithoff. Auch helfe es, dass die Grundstückskäufer fünf Jahre Zeit haben, bevor ihre Fläche bebaut werden muss. Kruithoff: „Bis dahin besteht ja die nicht unberechtigte Annahme, dass die Baupreise wieder etwas sinken könnten.“
Wer ist noch bauwillig?
In den nächsten Tagen werden alle die, die sich bereits ein Grundstück haben reservieren lassen, noch einmal von der Stadt kontaktiert. In den kommenden Wochen sollen dann die Grundstücksverkäufe abgeschlossen werden und die notariellen Beurkundungen erfolgen. Dann zeigt sich auch, wer wirklich noch dort sein Eigenheim errichten will.
Bereits im Sommer, als der erste Spatenstich für den ersten Bauabschnitt des Baugebietes Conrebbersweg-West erfolgte, wurde der Preis thematisiert. Damals sprach ein Branchenkenner davon, dass ein „normales“ Einfamilienhaus in diesem auf Nachhaltigkeit ausgelegten Baugebiet durchaus im Millionen-Euro-Bereich liegen könnte. Da vor allem junge Familien dort wohnen sollen – ein entsprechendes Zugriffsverfahren kommt bei der Vermarktung zu tragen – sei die Baupreisentwicklung, gepaart mit steigenden Zinsen, eher hinderlich für einen schnellen Grundstücksverkauf. Das habe sich jedoch so nicht gezeigt, betonte der OB.
Dennoch wird auch überlegt, die Grundstücke, die von Investoren entwickelt werden, noch ein wenig zu vergrößern. Damit kann die Anzahl der Mehrfamilienhäuser, Eigentumswohnungen und Reihenhäuser erhöht werden.
Größtes Neubaugebiet
Bis Februar wird deutlich werden, wie hoch die Nachfrage wirklich ist. In Partien von jeweils 50, werden die Interessenten von der Stadt Emden angeschrieben. Diese können dann deutlich machen, ob sie wirklich noch bauen wollen.
Insgesamt sind im größten Emder Neubaugebiet innerhalb des Autobahnrings 450 Ein- und Mehrfamilienhäuser mit etwa 800 Wohneinheiten geplant. Gebaut werden sollen sie in den kommenden zehn bis 15 Jahren. Dieser Bereich soll Emdens erstes klimaneutrales Wohngebiet werden. Im ersten Abschnitt werden nun 17 Hektar baufertig vermarktet.
