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Feuerwerk verkauft sich gut Zum Jahreswechsel wird es in Emden wahrscheinlich laut

Raketen, Kanonenschläge und Sekt: Für viele Kunden war das am Donnerstag die Grundausstattung für Silvester.

Raketen, Kanonenschläge und Sekt: Für viele Kunden war das am Donnerstag die Grundausstattung für Silvester.

Alf Hitschke

Emden - Der Jahreswechsel wird in Emden sehr wahrscheinlich von viel Lärm begleitet sein: Das Interesse an Feuerwerk war am Donnerstag zum Verkaufsstart der umstrittenen explosiven Ware in manchen Geschäften riesengroß. „Wir füllen die Regale immer wieder nach“, so ein Mitarbeiter eines Discounters: „Bei Öffnung des Ladens stürmten die Leute heute Morgen mit Einkaufswagen zu den Feuerwerksregalen.“

Besonders gefragt waren die sogenannten Batterien. Das sind gebündelte Feuerwerkskörper, die mit nur einer Zündschnur gestartet werden und – je nach Ausführung – minutenlang mit Lichteffekten und Geböller begeistern. Oder verärgern, denn es gibt nach zwei Jahren Zwangspause viele Bürger, die gerne weiter auf den Höllenlärm verzichten würden. Die großen Pakete kosten schnell mal an die 100 Euro oder mehr.

Großes Angebot

Die Lieferanten und Einkäufer waren offenbar auf den Ansturm vorbereitet, denn auch am Vormittag waren fast alle Artikel noch zu haben. Eng wurde es allerdings bei günstigen Batterien und den großen Sortimentspackungen, die vom Knallfrosch bis zum Kanonenschlag so ziemlich alles enthalten, was an Silvester explodieren kann und darf.

Mit dem Verkaufsstart nahm auch das verbotene Zünden von Feuerwerkskörpern in den Straßen der Stadt zu. Bereits seit Wochen waren in den Abend- und Nachtstunden immer wieder Explosionen zu hören gewesen. Selbst Heiligabend gingen – vermutlich illegale – Kanonenschläge hoch. Erlaubt ist das Abbrennen von Feuerwerkskörpern nur am 31. Dezember und am 1. Januar, und das auch nur unter Beachtung strenger Regeln.

Neben den Einheimischen erwarten die ostfriesischen Einzelhändler, die Feuerwerk im Angebot haben, auch Kunden aus den Niederlanden. Der Geschäftsführer des Einzelhandelsverbandes Ostfriesland, der Emder Johann Doden, sprach gegenüber der Deutschen Presseagentur von „Feuerwerkstourismus“.

Feuerwerks-Tourismus

Die Besuche der Niederländer seien für die Unternehmen im Grenzgebiet wichtig, so Doden weiter. Das auch, weil neben Böllern und Raketen häufig weitere Waren in den Einkaufswagen landen.

Das Interesse der Nachbarn erklärte Iris Börgener aus Bunde gegenüber der Deutschen Presse-Agentur. Börgener, eine Mit-Geschäftsführerin des Fachgeschäftes „Feuerwerk Bunde“: „Es ist so, dass die Artikel in Deutschland billiger sind und sie eine ganz andere Auswahl haben.“

Beim Grenzübertritt gibt es laut Bundespolizei keine Probleme, solange die Feuerwerkskörper legal sind: Deutsche und Niederländer dürfen sich auf beiden Seiten der Grenze eindecken und die Artikel mit nach Hause nehmen. Allerdings gibt es in den Niederlanden mittlerweile einige Einschränkungen. So sind laut einer Internetseite der niederländischen Regierung Kauf und Abfeuern von Raketen und einiger anderer Feuerwerkskörper verboten.

Nicht überall zu haben

Feuerwerksartikel gibt es übrigens längst nicht mehr überall. Während die großen Discounter wie Lidl und Aldi mit im Boot sind und für den Saisonartikel werben, hängt es bei Ketten wie Rewe und Edeka von den Betreibern der Supermärkte ab, ob sie Feuerwerk anbieten oder nicht. Rewe bietet einen Internetlink an, der Kunden bei der Suchen nach Märkten mit Feuerwerksangebot hilft.

Auch einige Baumärkte bieten Feuerwerk nicht mehr an. Obi beispielsweise verzichtet in den zentral gesteuerten Märkten auf den Verkauf. Auch im Emder Obi-Baumarkt ist Feuerwerk dieses Jahr nicht mehr im Angebot.

Emotionale Diskussion

In den sozialen Medien ist die Freigabe der Silvesterknallerei auch dieses Jahr ein emotional diskutiertes Thema. Das zeigen die Reaktionen auf die Berichterstattung dieser Redaktion über die Regeln für Feuerwerk. Häufigste Kritik: Das Feuerwerk zum Jahreswechsel, aber auch das verbotene Böllern davor und danach, sei für Wildtiere eine Qual. Und auch Haustiere gerieten in Panik, hieß es. „Wann hört dieser Schwachsinn endlich auf?“, fragen die Gegner des Feuerwerks. Die Gegenseite bestreitet nicht, dass der Lärm für Tiere ein Problem ist. Aber: „Einmal im Jahr kommen sie damit klar.“

Auch das Verletzungsrisiko ist Jahr für Jahr ein Thema, Mediziner fordern wegen der ohnehin hohen Belastung mancher Kliniken ebenfalls ein dauerhaftes Feuerwerksverbot. Welche Folgen der Cocktail aus Explosivmitteln, Alkohol und Partystimmung tatsächlich haben wird, lässt sich aber nicht voraussagen. In Emden blieb eine dramatische Zuspitzung der Situation bislang aus.

Alf Hitschke
Alf Hitschke Emder Zeitung
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