Krummhörn - Eine eingestürzte Giebelwand mitten in Greetsiel, ein brennendes Haus in Grimersum, zwei schwere Sturmtiefs und so manche aufwendige Tierrettung: Die Gemeindefeuerwehr Krummhörn blickt auf ein ereignisreiches und einsatzreiches Jahr zurück. Insgesamt 168 Mal rückten die Einsatzkräfte der einzelnen Ortsfeuerwehren 2022 aus. Diese Zahl nannte Kilian Peters, Sprecher der Gemeindefeuerwehr Krummhörn, auf Anfrage der Redaktion.
Viele Sturmeinsätze
Die beiden Sturmtiefs „Ylenia“ und „Zeynep“ bescherten der Krummhörner Feuerwehr im Februar des vergangenen Jahres gleich mehr als 60 Einsätze. „Die Sturmtiefs haben uns über mehrere Tage hinweg beschäftigt“, sagte Peters. Umgestürzte Bäume, abgeknickte Äste und herabfallende Dachziegeln sowie lose Dachplatten prägten die einsatzreichen Tage. Gefährlich, aber auch spektakulär wurde es in Loquard, wo in Folge des Sturms die komplette Wand eines Bauernhofes einstürzte.
Haus brannte zweimal
Gefordert waren die Ehrenamtlichen auch in Grimersum. Hier brannte innerhalb von vier Wochen gleich zweimal ein Haus in der Eggerik-Benninga-Straße. Alarmiert wurden beim ersten Einsatz am Osterwochenende die Feuerwehren Krummhörn-Ost, Krummhörn-Nord, Visquard und der Krummhörner Einsatzleitwagen. Weil sich das Feuer binnen weniger Minuten auf das gesamte Gebäude ausbreitete und aus dem Dachstuhl schlug, wurde zur Unterstützung die Feuerwehr Norden samt Drehleiter nachalarmiert. Beim Großeinsatz waren 80 Rettungskräfte beteiligt. Damals wurde die Feuerwehr aber durch Gaffer behindert, die Bilder machten und zwischen die Feuerwehrfahrzeugen liefen. Die Polizei musste schließlich eingreifen. Nur vier Wochen später brannte das nun leerstehende Haus erneut.
Giebelwand eingestürzt
Ein Großaufgebot der Wehren war auch bei einem Einsatz in Greetsiel gefragt. Hier stürzte die Giebelwand eines Hauses mitten im Ortskern ein. Mehr als 100 Kräfte von Feuerwehr und Technischem Hilfswerk wurden hinzugezogen. Das Haus war nach dem Einsturz der Wand komplett einsturzgefährdet. Angrenzende Häuser im dicht bebauten Ortskern mussten mit Hölzern und Gerüsten abgestützt werden. Für die Sicherungsmaßnahmen sind diverse THW-Einsatzkräfte aus ganz Ostfriesland und den Städten Oldenburg, Achim und Westerstede hinzugezogen worden. Letztlich musste das Gebäude abgerissen werden.
Und in Sachen Tierrettung gab es für die Krummhörner Wehr einen nicht alltäglichen Einsatz mit freudigem Ausgang. Eine Kuh musste mit größerem technischen Aufwand aus einem Durchgang befreit werden. „Besonders gefreut haben wir uns im Nachgang über die Nachricht, dass die Kuh nach ihrer Rettung und Genesung ein Kalb zur Welt brachte“, sagte Kilian Peters.
Mitgliederentwicklung
All diese Einsätze sind aber nur mit einer stark aufgestellten Mannschaft möglich. Und da können sich die Zahlen aus der Krummhörn sehen lassen. In der Einsatzabteilung versehen derzeit 280 Kameraden aktiv ihren Dienst, drei weniger als im Vorjahr. Einen sprunghaften Zuwachs erlebt derweil die Jugendfeuerwehr. Hier sind aktuell 83 Jugendliche aktiv. Das sind 24 mehr als ein Jahr zuvor, wo es nur 59 waren. Kilian Peters begründet diesen Anstieg mit der „sehr guten Arbeit unserer Kinderfeuerwehr“. Denn in dieser sind aktuell 35 Kinder gemeldet. Dabei gebe es eine Warteliste, weil nur eine begrenzte Anzahl an Kindern aufgenommen werden kann. Wer die Altersgrenze von zehn Jahren erreicht, kann von der Kinderfeuerwehr in die Jugendabteilung wechseln. Und von diesem Wechsel profitiert dann die Jugendfeuerwehr. In der Alters- und Ehrenabteilung der Krummhörner Feuerwehr sind 80 Mitglieder im gesamten Gemeindegebiet gelistet.
