Emden - Noch ist das Dach am Taxusweg 2 im Stadtteil Borssum zwar nicht wieder gedeckt, zumindest der Dachstuhl ist aber vier Monate nach dem Großbrand endlich wieder geschlossen. Der war durch das absichtlich gelegte Feuer am Abend des 8. Juli in Flammen aufgegangen. Die Mieter der 28 Wohnungen hatten daraufhin innerhalb von Minuten ihr Zuhause verloren, denn das Haus wurde im Anschluss an das Feuer unbewohnbar. Und das ist es auch jetzt noch, denn Materialengpässe sorgen dafür, dass es auf der Baustelle nicht so schnell vorangeht, wie es sich die Chemnitzer Hausverwaltung Ebner zunächst vorgestellt hat. „Wir können froh sein, dass wir überhaupt Handwerker gefunden haben und das Dach jetzt endlich zu ist“, sagte Karsten Ebner, der sich vor zwei Wochen ein Bild vom Baufortschritt in Emden gemacht hatte.
Noch keine Anklage
Derweil liegt der Fall bei der Staatsanwaltschaft in Aurich. „Die Anklage ist noch nicht erhoben“, sagte Pressesprecher und Staatsanwalt Jan Wilken auf Nachfrage. Das dürfte sich aber in den kommenden Wochen ändern. Wilken rechnet damit, dass noch in diesem Jahr Anklage gegen eine 50-jährige Emderin erhoben wird. Der Verdacht der Brandstiftung ist dabei nur ein Teil der Ermittlungen. Im Zuge des Feuers und der starken Rauchentwicklung hatte in einer benachbarten Pflegeeinrichtung eine 73-jährige Bewohnerin einen Kreislaufzusammenbruch erlitten und starb kurz darauf im Krankenhaus. Inwiefern dieser Fall im Zusammenhang mit dem Feuer steht, auch das wird untersucht. „Die Ermittlungen laufen noch, der Abschluss steht aber kurz bevor.“
Mehr Geduld ist derweil auf der Baustelle am Taxusweg gefordert. Hatte Hausverwalterin Sarah Ebner im August noch gehofft, dass die ersten Mieter schon vor dem Sommer 2023 zurück in ihre Wohnungen können, hat sich diese Hoffnung inzwischen zerschlagen. „Die Handwerker rechnen mit der Fertigstellung frühestens mit Mai/Juni“, sagte Karsten Ebner auf Nachfrage.
90 Prozent zerstört
Bei dem Großbrand im Juli war der Dachstuhl zu 90 Prozent zerstört worden, das Löschwasser war in der Folge durch das gesamte Gebäude gelaufen, sodass alle Wohnungen in Mitleidenschaft gezogen wurden. Und noch immer sind die Wände feucht, teilte Karsten Ebner mit, weshalb in den kommenden Wochen „massive Trocknungsarbeiten“ anstehen.
Bis die Sanierung des Brandgebäudes abgeschlossen ist, so lange wollten einige Mieter aber wohl nicht warten. „Mindestens die Hälfte der bisherigen Mieter ist abgesprungen“, so der Hausverwalter. Viele hätten keine Lust, in kurzer Zeit ein weiteres Mal umzuziehen. „Die andere Hälfte wartet aber geduldig.“
