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Offener Brief an OB Kruithoff Bürgerinitiative kritisiert Baumfäll-Aktion in Twixlum

Die beiden BEE-Mitarbeiter Konstantin Machold und Joachim Veltjes (von links) nahmen gestern die Fledermaus-Nistkästen von den Weiden, die gefällt werden sollen. Die Rodungsarbeiten selbst übernimmt ein privates Unternehmen.

Die beiden BEE-Mitarbeiter Konstantin Machold und Joachim Veltjes (von links) nahmen gestern die Fledermaus-Nistkästen von den Weiden, die gefällt werden sollen. Die Rodungsarbeiten selbst übernimmt ein privates Unternehmen.

Emden - Müssen 14 Weiden am Tjadeweg in Twixlum gefällt werden? Oder kann man die Bäume stehen lassen? Die Stadt Emden will fällen lassen, weil die Verkehrssicherheit ihrer Meinung nach nicht mehr gegeben ist. Die Bürgerinitiative „Ja zu Janssens Tuun“ hält die Maßnahme für überflüssig – weil sie glaubt, dass man die Bäume retten kann. Die BI forderte Oberbürgermeister Tim Kruithoff in einem Offenen Brief am Sonntag zu einer Stellungnahme auf. Der Auftrag zur Fällung der Bäume ist allerdings schon erteilt (die Redaktion berichtete).

Nistkästen geborgen

Am Montag bargen zwei Mitarbeiter des Bau- und Entsorgungsbetriebes Emden (BEE) im Tjadeweg Nistkästen aus den betroffenen Weiden. Sie sind für Fledermäuse gedacht und sollen am Dienstag in der Nähe, am Osterdieksweg, wieder aufgehängt werden. 2021 war beschlossen worden, in den Bäumen an der betonierten Straße insgesamt 17 Nistkästen als Sommerquartiere aufzuhängen. Der Tjadeweg wird fast ausschließlich von der Landwirtschaft und von Spaziergängern genutzt. Er endet in unbefestigten Wegen.

Zweifel an Begründung

Der Baumbestand am Tjadeweg ist seit Jahren ein Thema. Zuletzt waren dort 2021 mehrere Bäume gefällt worden. Verluste gab es unter anderem auch durch den Sturm Xavier, der im Oktober 2017 wütete.

In dem Offenen Brief der Bürgerinitiative heißt es unter anderem: „Da der Tjadeweg nach unseren Informationen mitten im Vogelschutzgebiet liegt und ein Mitglied unserer Bügerinitiative sich die Lage heute am 15. 1. 2023 vor Ort noch einmal angesehen und ausführliches Bild- und Videomaterial gesammelt hat, zweifeln wir die Begründung dieser Rodungsmaßnahme an.“

Man sei zu dem Ergebnis gekommen, dass „hier ein Baumschnitt problemlos durchführbar wäre“, so die BI weiter. Auch habe man vor Ort keine Baumkrankheiten feststellen können. „Ja zu Janssens Tuun“ erinnerte daran, dass der Tjadeweg von der Stadtverwaltung selbst als wichtiges Fledermausquartier bezeichnet worden ist.

Ersatzpflanzungen geplant

Neben den Bäumen am Tjadeweg sollen in dieser Woche vier weitere Bäume Bekanntschaft mit der Motorsäge machen: Auf dem Wall sind es eine Linde (Rote Mühle) und eine Rotbuche (Weizenmühle). Auf dem Stephansplatz wird eine Esche gefällt, außerdem der verbliebene Rest des Silberahorns, der im August 2022 im Sturm einen seiner mächtigen Arme abgeworfen hatte. Dabei war hoher Sachschaden entstanden.

Für einen Teil der gefällten Bäume sollen im Frühjahr Ersatzpflanzungen vorgenommen werden. Das hatte die Stadt Emden vergangene Woche angekündigt.

 

Alf Hitschke
Alf Hitschke Emder Zeitung
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