Emden - Noch immer ist unklar, wie der Barenburger Vermieter ZBVV künftig die individuellen Müllgebühren berechnen will – und nun gibt es auch noch Probleme bei der Handhabung der 1100 Liter fassenden neuen Abfallcontainer: Mindestens drei von ihnen standen in der Friedrich-Rückert-Straße am Donnerstag immer noch auf der Straße. Geleert worden waren sie am Dienstag.
Mülltonnen stehen auf der Fahrbahn
Die Stadt Emden weist jede Verantwortung dafür von sich. Stadtpressesprecher Eduard Dinkela: „Nach Rücksprache mit unseren Müllwerkern standen die Container allesamt, wie auf dem Foto dargestellt, an der Straße zur Abfuhr bereit. Daraufhin wurden sie geleert und an Ort und Stelle wieder an die Straßenkante zurückgestellt.“ Im Normalfall sorge der Hauseigentümer beziehungsweise die Hausverwaltung dafür, dass die Müllbehälter am Tag der Müllabfuhr an die Straße gestellt werden. Dinkela: „Allein der Eigentümer bzw. die Hausverwaltung“ habe die Aufgabe, Mülltonnen und -Container nach der Leerung wieder an ihren eigentlichen Standort zurückzubringen.
Dass solche Behälter am Abfuhrtag im „öffentlichen Raum“ – in diesem Fall am Fahrbahnrand – stehen, ist grundsätzlich kein Problem, heißt es von Seiten der Stadt. Allerdings nur, „sofern diese durch den Eigentümer, Hausmeister oder Anwohner bis zum Abend wieder entfernt und auf privaten Grund zurückgestellt werden.“
Darauf, dass das in diesem Fall nicht geschah, reagierten betroffene Anwohner verärgert. „Wir müssen unseren Müll von der Straße aus in die Behälter werfen, das ist gefährlich“, sagte der 96-jährige Heinz Mammen gegenüber dieser Zeitung.
Mammen ist einer der Mieter, die sich vehement gegen die Abkehr von den jahrzehntelang genutzten 120-Liter-Mülltonnen ausgesprochen hatten. Der Emder, der am 1. Dezember 1957 in das damals nagelneue Haus Nummer 3 einzog, hat – wie andere ältere Mieter auch – nur sehr wenig Abfall zu entsorgen.
Keine kilogrammgenaue Berechnung mehr
Die Nutzung der Sammelbehälter lässt eine kilogrammgenaue Berechnung der Müllgebühren aber nicht mehr zu – Mieter wie Mammen befürchten deshalb, dass sie künftig deutlich mehr zahlen müssen (diese Zeitung berichtete). Die „Zentral Boden Vermietung und Verwaltung GmbH“ ZBVV hat nach Auskunft von Mietern auf die auch schriftlich vorgebrachten Bedenken bis heute nicht reagiert.
