Hinte - Jeden Tag gibt es neue Entwicklungen in der Pandemie, die eines gemeinsam haben: Die Maßnahmen erschweren das menschliche Miteinander enorm. Besonders unter dem Abstandsgebot haben viele Menschen zu leiden. Davon können auch drei Jugendliche aus Hinte ein Lied singen: Jette Lehnert, Larissa Priebe und Ben Rothe berichten über ihre Ängste und ihrem Umgang mit den Maßnahmen.

Ben überrascht erst einmal mit einer ganz eigenen Sicht: „Mir geht es super, natürlich ist Corona doof, aber dafür hat man auch mehr Zeit für sich“, antwortet der 14-Jährige auf die Frage, wie es ihm momentan geht. Er entdeckt viel Neues.

Bei seiner Klassenkameradin Jette Lehnert sieht das ganz anders aus. Der 16-Jährigen geht es zwar nicht schlecht, allerdings ist sie häufig unmotiviert nach draußen zu gehen. „Morgens kommen schon schlechte Nachrichten durchs Radio, das zieht mich runter“. Ihrer Freundin Larissa empfindet da ähnlich. „Mittlerweile fühle ich mich schon von kleinen Sachen gestresst“.

Die Jugendlichen sind sich einig: Große Auswirkungen auf die schulischen Leistungen hat Corona nicht. Jedenfalls nicht in Präsenzform. Im Homeschooling sei es schwerer sich zu konzentrieren, bemerkt Ben. Jette sagt dazu, dass sie manchmal sogar schon zu viel für die Schule tut. „Ich lerne zur Ablenkung, aber dadurch habe ich auch häufig Kopfschmerzen“, so die Zehntklässlerin.

Der Virus verursacht jedoch viele Ängste. Ben Rothe erzählt, dass er häufig Angst um die Gesundheit seiner Familie und Freunde habe. Larissa Priebe hat zwar keine Angst davor sich anzustecken, dafür befürchtetet sie, dass die gesamte Situation nicht mehr besser werde. „Ich weiß schon gar nicht mehr, wie es vorher war, man ist in diesem Kreislauf gefangen“. Bei großen Menschenmassen fühlen sich die Schüler unwohl. Besonders Jette Lehnert erwähnt, dass sie sich allein wohler fühle. Deshalb habe sie Angst, etwas zu verpassen „man hat das Gefühl, man erlebt gar nichts mehr“, so die Hinteranerin.

Um sich dennoch bei Laune zu halten und nicht zu vereinsamen, haben die Jugendlichen ihre eigenen Taktiken entwickelt. Ben treibt viel Sport und bringt sich gelegentlich neue Dinge selbst bei „ich kann mittlerweile einen Zauberwürfel sehr schnell lösen“, erzählt er stolz. Zudem hat der 14-Jährige viele Onlinefreunde, mit denen er sich regelmäßig unterhält. Musik hilft Larissa durch manch schwere Momente. Auch das Tanzen im neuen Tanzkurs, welcher dank der 2G-Regelung möglich ist, bereitet ihr viel Freude. Um ihren Kopf freizubekommen, schreibt Jette ihre Sorgen und Gedanken auf.

„Macht das Beste aus der Situation, tauscht Euch mit anderen aus und findet etwas, was Euch Spaß macht!“, so lautet der Rat, den die drei anderen gleichaltrigen mitgeben. Für die Zukunft besteht der große Wunsch, endlich bald wieder in normalen Verhältnissen leben zu können. Auch Abstand soll nicht weiter vom jugendlichen und unbeschwerten Dasein abhalten. Ben Rothe: „Ich hoffe auch, dass sich künftig noch mehr Leute impfen lassen“.