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Hintes Vereine haben jetzt Nachholbedarf Corona hat manche Lücke geschlagen

Eine Theaterprobe der LAK 2021: Auch das künstlerische Angebot hat gelitten. Eine Musikgruppe hörte sogar auf.

Eine Theaterprobe der LAK 2021: Auch das künstlerische Angebot hat gelitten. Eine Musikgruppe hörte sogar auf.

Bild: Archiv/aep

Hinte - Es finden wieder Konzerte statt, es gibt Straßenfeste und Sportveranstaltungen – ohne Einschränkungen. Während Corona vorbei zu sein scheint, taucht die Frage nach einer Bilanz auf: Trügt die Normalität – oder welche Schäden haben mehr als zwei Jahre Pandemie bei Vereinen hinterlassen? Hat es mangels Aktivität Mitgliederschwund gegeben? Eine kleine Umfrage unter Hintes Vereinen ergibt: Die meisten haben zumindest ihren Bestand halten können. Aber Spuren hat Corona dennoch hinterlassen, vor allem bei kleinen Gruppierungen, von denen nicht alle wieder aufgetaucht sind.

TuS Hinte: Einschränkungen aber kein Verlust

Mit einem blauen Auge davongekommen: So fassen zum Beispiel Vertreter des TuS Hinte die Jahre mit wenig Spielbetrieb zusammen. „Wir hatten keine Mitgliederverluste“, stellt Doris Fischer fest, die die Tischtennis-Abteilung leitet. Nachdem die Saison 2020 abgebrochen werden musste, konnten die Sportler erst im Mai 2021 wieder richtig üben – mit etwas Improvisation. So bauten sie im Vereinsheim eine Tischtennisplatte auf, an der sie immerhin zu zweit auch spielen durften. Und im August 2021 begann eine neue Saison, die von Dezember 2021 bis März 2022 wieder unterbrochen war. Die TuS-Tischtennissportler sind die Pausen jetzt ebenso leid wie den Ausfall von Turnieren und Wettbewerben wie der Kreismeisterschaft. Aber es habe keine Abgänge gegeben. Jetzt registriere die Abteilung großen Zulauf gerade bei jungen Leuten: „Die haben zuhause viel herumgetrödelt und wollen jetzt wieder was tun.“

Ähnliches erzählt Wolfgang Henkelmann seitens der Badminton-Abteilung bei TuS. Trotz diverser Ausfallzeiten beim Betrieb der Sparte habe es keine Mitgliederverluste gegeben. Theoretisch wäre auch mehr möglich gewesen, aber die Badmintonspieler hätten sich an den Bedingungen gestört: „Zwei Meter Abstand? Masken in der Umkleidekabine? Der Sinn hat sich uns nicht erschlossen“. Seit März seien die rund 20 Mitglieder der Sparte wieder aktiv.

Schützen fehlt jugendlicher Nachwuchs

Moderner Schießbetrieb beim Schützenverein in Hinte: Vorsitzender Hermann Boom und Hannelore van Ellen führen die Anlage vor. Die neuen Möglichkeiten sorgten für neuen Schwung. Bild: Archiv/aep

Moderner Schießbetrieb beim Schützenverein in Hinte: Vorsitzender Hermann Boom und Hannelore van Ellen führen die Anlage vor. Die neuen Möglichkeiten sorgten für neuen Schwung. Bild: Archiv/aep

Indirekte Auswirkungen spürt der Schützenverein in Hinte, erzählt dessen stellvertretender Vorsitzender Albert Weerda. Als 2020 der erste Lockdown alle Aktivitäten untersagte, hatte der Verein eh vor, die Schießanlage zu erneuern. Und als im Sommer darauf der Schießbetrieb wieder aufgenommen wurde, sorgte die neue Anlage prompt für neuen Schwung. Es seien Mitglieder wiedergekommen, die nicht mehr so aktiv waren. „Mancher hat sich sogar eine neue Waffe zugelegt.“ Insofern hätten Hintes Schützen den Stillstand gut überstanden. Das treffe aber nur auf den Bestand zu, sagt Albert Weerda. Weil es keine Schützenfeste und andere Gelegenheiten zur Präsentation gab, gebe es auch keinen Nachwuchs – einige der bisherigen Jugendlichen seien aber inzwischen erwachsen. „Wir planen jetzt neue Aktionen, um auf unseren Sport aufmerksam zu machen.“

LAK: Musikgruppen haben Verluste

Konkrete Folgen gab es bei der Ländlichen Akademie Krummhörn-Hinte, erklärt deren Geschäftsführerin Christine Schmidt: „Natürlich haben wir in der Zeit Mitglieder verloren, auch Dozenten.“ Die Verluste hätten sich aber in einem „erträglichen Maß“ gehalten: „Es ist schmerzlich, aber nicht tödlich.“ In einem Fall habe sich eine Chorgruppe aufgelöst, weil deren Dozentin aufhörte. Andere Musikgruppen, die am stärksten betroffen seien, müssten jetzt ganz neu starten – mit verringerter Zahl an Teilnehmern. Generell habe sich trotz der Aufhebung der Einschränkungen das Gefühl verändert: „Die Unbeschwertheit ist weg. Die Normalität fühlt sich nicht gut an.“ Das sei auch bei Besucherzahlen spürbar.

Suurhuser Bläserchor hört endgültig auf

Schlimmer hat es die Musikgruppen der Kirchengemeinde Suurhusen erwischt, erzählt der Präses und Pastor Frank Wessels. Die lange Zwangspause verkleinerte die ohnehin nicht große Mitgliederzahl. Es droht das Ende. So werde der ohnehin schon geschrumpfte Bläserkreis wohl nach dem Stillstand nicht mehr wiederkommen. Und auch beim Gemischten Chor Suurhusen hegt er gewisse Zweifel: „Ob der Chor wiederkommt, weiß ich nicht.“

Axel Pries
Axel Pries Ostfriesland-Redaktion/Leer
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